Websitetexte schreiben? Wie Sie Ihre Leser bei der Stange halten

Leserfreundliche Websitetexte schreiben: Motiv Frauenhände auf Laptop-Tastatur

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Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass Sie im Netz anders lesen als auf Papier: dass Sie den Text überfliegen und von Absatz zu Absatz springen. Dass Sie nach Schlüsselbegriffen suchen und erst dann genau hinschauen, wenn Sie fündig geworden sind. Und dass Sie Bleiwüsten ohne Punkt und Komma schnell wegklicken. Gute Onlinetexte kommen Ihrem Leseverhalten entgegen. Das heißt umgekehrt natürlich auch: Auch Sie selbst brauchen übersichtliche Texte, um die Besucher Ihrer Website bei Laune zu halten.

Vorteilhafte Websitetexte: Übersichtliche Strukturen

Vorteilhafte Websitetexte sind übersichtlich aufgebaut. Wer auf Ihrer Website landet, soll sich gut orientieren können. Bieten Sie Ihren Lesern daher feste Ankerpunkte: indem Sie

  • aussagekräftige Überschriften wählen,
  • Ihre Texte durch Zwischenüberschriften gliedern,
  • neue Gedanken und Argumente durch Absätze (oder Leerzeilen) vom vorherigen Text abgrenzen,
  • an geeigneten Stellen Aufzählungen einfügen oder
  • Schlagwörter besonders hervorheben.

Optimale Websitetexte: Sprache und Stil

Nicht nur die Gliederung Ihrer Websitetexte, auch Wortwahl und Ausdruck spielen eine wichtige Rolle. Leserfreundliche Texte gelingen, indem Sie

  • Bandwurmsätze vermeiden,
  • eine gute Mischung kurzer und längerer Sätze präsentieren,
  • keine allzu verschachtelten Sätze schreiben,
  • ungebräuchliche Fremdwörter durch deutsche Begriffe ersetzen,
  • kein Fachvokabular nutzen, sofern Sie sich an Laien wenden,
  • auf sperrige Substantivierungen, Passivkonstruktionen und überflüssige Füllwörter verzichten.

Lesenswerte Websitetexte: Formulierungstipps

Die Zauberformel für leserfreundliche Websitetexte lautet „aktive Sprache“. Um lebendig und klar zu formulieren, helfen folgende Tricks. Markieren Sie zunächst

  • Verbindungen mit den Modalverben „sollen“, „können“, „müssen“, „dürfen“, „wollen“ und „mögen“,
  • alle gebeugten und ungebeugten Formen von „werden“,
  • sämtliche Konjunktive,
  • Füllwörter wie „dabei“, „durchaus“, „eigentlich“ und „unter anderem“,
  • Substantive mit den Endungen „ung“, „keit“ und „heit“ (Unterstützung, Beratung, Verständlichkeit oder Klarheit),
  • Einschübe und Nachträge, die Ihre Kernbotschaft erweitern.

Überlegen Sie anschließend, ob Sie prägnanter formulieren können: beispielsweise

  • „Hier erfahren Sie, wie Sie leserfreundliche Websitetexte schreiben“ statt „Hier werden Sie darüber informiert, wie Sie optimale Websitetexte schreiben“.
  • „Beachten Sie einige Regeln und bieten Sie Ihren Kunden lesenswerte Texte“ statt „Bei Beachtung einiger Regeln dürfte der Lesbarkeit Ihrer Texte nichts mehr im Weg stehen“.
  • „Websitetexte mit vielen Füllwörtern sind schwer verständlich“ statt „Die Verständlichkeit von Websitetexten wird unter anderem durch allzu viele Füllwörter erschwert“.
  • „Umständliche Formulierungen wirken sperrig: Substantivierungen, überflüssige Füllwörter oder Passivsätze“ statt „Bei umständlichen Formulierungen, beispielsweise bei Substantivierungen, überflüssigen Füllwörtern und Passivsätzen, leidet die Lesbarkeit“.

Extratipp zum Schluss

Pauschale Tipps wie „Bei Websitetexten keine Füllwörter verwenden!“ und „Nur kurze Sätze schreiben!“ sind keine Garantie für besseren Stil. Greifen Sie hin und wieder zu Passivsätzen, Modalverben oder Substantivierungen, formulieren Sie abwechslungsreich. Sie sollten stets mit Augenmaß an Ihre Texte herangehen. Denn wie überall gilt: Erst die Dosis macht das Gift.

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