Kein Komma nach der Grußformel: So verabschieden Sie sich fehlerfrei

Kommasetzung bei Grußformeln von Briefen: Motiv Briefumschläge auf postgelbem Grund

© Sandra Meinzenbach

Ein Komma nach der Grußformel von Briefen oder E-Mails: Das ist einer der häufigsten Kommafehler. Vielleicht, weil man nach der Briefanrede ein Komma setzt. Und weil Namen und Anreden in anderen Texten (völlig zu Recht) mit Kommas vom übrigen Satz getrennt werden. Zum Beispiel bei „Ich danke für Ihre Bestellung, Frau Müller“ oder „Wir begrüßen Sie, Herr Wagner, als neuen Kunden“. Doch die Grußformel kommt ohne Komma am Zeilenende aus:

Aber was passiert, wenn die Grußformel direkt mit dem letzten Briefsatz verbunden wird? Für diesen Fall schreibt der Duden im Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle (Stichwort Brief / E-Mail) „die reguläre Zeichensetzung“ einschließlich regulärer Groß- und Kleinschreibung vor.

Das heißt: Enthält der letzte Satz Aufzählungen, Einschübe oder Nebensätze, müssen ebenso wie in ganz normalem Text gliedernde Kommas gesetzt werden. Zwischen der Grußformel und dem Namen des Absenders folgt jedoch auch hier kein Komma. Zugleich beginnt die einleitende Präposition „mit“ mit kleinem Anfangsbuchstaben:

Dass nach der Grußformel kein Komma stehen darf, liegt daran, dass der Gruß laut DIN-Norm als freistehende Zeile formatiert wird. Die Grußformel schließt formal nie unmittelbar an den letzten Satz an, sondern folgt mit einer Zeile Abstand zum Text – und das Komma, so der Dudenverlag im Handbuch Zeichensetzung, „steht in der Regel nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind“.

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10 Kommentare

  1. Natascha

    Ist denn nicht die Anrede auch formal eine freistehende Zeile? Warum setze ich dann da ein Komma? Die Schweizer schreiben ja ohne Komma groß weiter. Ist das vlt richtiger? LG

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo,

      Sie haben recht: Auch die Anrede ist eine freistehende Zeile – und dass in Deutschland ein Komma gesetzt wird, gehört zu den Ausnahmen innerhalb der bestehenden Rechtschreibregeln. Der Duden schreibt in Das Handbuch zur Zeichensetzung, Stichpunkt Das Komma bei freistehenden Zeilen:

      „Eine Ausnahme ist die Anrede in Briefen und E-Mails, nach der man ein Komma (seltener und heute veraltet ein Ausrufezeichen) setzt. Da nach dem Komma der Satz weitergeht, muss das erste Wort des eigentlichen Briefes / der E-Mail kleingeschrieben werden, wenn es kein Substantiv oder kein Anredepronomen (…) ist.“

      Damit wird die Anrede einem vollständigen Satz gewissermaßen vorangestellt. In solchen Fällen schreibt der Duden in Regel D 129 die Kommasetzung vor.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  2. J. Marc Reichow

    Wie sieht es Ihres Erachtens (oder Ihren Quellen zufolge) bei der folgenden Verkürzung (m)einer Grußformel aus?

    Herzlich,
    Marc

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Reichow,

      es gibt die verkürzte Grußformel „Herzlichst“, nicht aber „Herzlich“.
      Das ist ein sehr persönlicher Gruß: Er sollte daher nur in privater Korrespondenz genutzt werden – oder in geschäftlichen Briefen oder E-Mails, wenn Sie den Empfänger besser kennen und ohnehin ein lockerer und persönlicher Ton herrscht.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  3. Ulrich Kahlbaum

    Vielen Dank für die Klarstellung im Hinblick auf die Setzung eines Komma bei der Verabschiedung / Grußformel.
    Der Plural eines zu setztenden Kommas heißt doch noch Kommata. Oder?

    Freundliche Grüße

    Ulrich Kahlbaum

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Kahlbaum,

      beim Plural haben wir die Wahl: entweder “die Kommata” oder “die Kommas”.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  4. Juliana

    Mit freundlichen Grüssen ohne Komma?

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Liebe Juliana,

      ja, das ist korrekt. Die Grußzeile gilt quasi als freistehende Zeile und vor dem Namen bzw. der Unterschrift des Absenders steht kein Komma: nachzulesen in „Richtiges und gutes Deutsch: Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“, Stichwort „Brief / E-Mail: Briefschluss“ (Dudenverlag).

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  5. Barbara Kettl-Römer

    Sehr nützlicher Hinweis, denn das wird immer wieder falsch gemacht!

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Ich schätze, die häufige Fehlerquote trägt dazu bei, dass sich das falsche Komma nach der Grußformel verselbstständigt (leider!). Und vielleicht ein weiterer Grund: Im Englischen kann man nach dem Gruß ein Komma setzen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

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