Kein Komma nach der Grußformel: So verabschieden Sie sich fehlerfrei

Kommasetzung bei Grußformeln von Briefen: Motiv Briefumschläge auf postgelbem Grund

© Sandra Meinzenbach

Ein Komma nach der Grußformel von Briefen oder E-Mails: Das ist einer der häufigsten Kommafehler. Vielleicht, weil man nach der Briefanrede ein Komma setzt. Und weil Namen und Anreden in anderen Texten (völlig zu Recht) mit Kommas vom übrigen Satz getrennt werden. Zum Beispiel bei „Ich danke für Ihre Bestellung, Frau Müller“ oder „Wir begrüßen Sie, Herr Wagner, als neuen Kunden“. Doch die Grußformel kommt ohne Komma am Zeilenende aus:

Aber was passiert, wenn die Grußformel direkt mit dem letzten Briefsatz verbunden wird? Für diesen Fall schreibt der Duden im Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle (Stichwort Brief / E-Mail) „die reguläre Zeichensetzung“ einschließlich regulärer Groß- und Kleinschreibung vor.

Das heißt: Enthält der letzte Satz Aufzählungen, Einschübe oder Nebensätze, müssen ebenso wie in ganz normalem Text gliedernde Kommas gesetzt werden. Zwischen der Grußformel und dem Namen des Absenders folgt jedoch auch hier kein Komma. Zugleich beginnt die einleitende Präposition „mit“ mit kleinem Anfangsbuchstaben:

Dass nach der Grußformel kein Komma stehen darf, liegt daran, dass der Gruß laut DIN-Norm als freistehende Zeile formatiert wird. Die Grußformel schließt formal nie unmittelbar an den letzten Satz an, sondern folgt mit einer Zeile Abstand zum Text – und das Komma, so der Dudenverlag im Handbuch Zeichensetzung, „steht in der Regel nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind“.

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18 Kommentare

  1. Mario Gruber-Kalteis

    Wie verhält es sich mit einer weiteren Leerzeile nach der Grußformel? Kann/darf diese gesetzt werden?

    Danke vorab und schönen Gruß

    Mario Gruber-Kalteis

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Herr Gruber-Kalteis,

      nicht nur vor, sondern auch nach der Grußformel kann eine Leerzeile gesetzt werden.
      Die DIN-5008-Richtlinien (die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) empfehlen die Leerzeile namentlich dann, wenn nach dem Gruß zunächst ein Firmenname eingefügt wird:

      „Mit freundlichen Grüßen

      Sunshine Verlag
      Bernd Weber“

      Wenn Sie nur Ihren Vor- und Nachnamen nennen, können Sie ebenfalls eine Leerzeile einfügen.
      Ich persönlich verzichte jedoch in Briefen, die ich als PDF versende und in denen ich meinen Namen maschinenschriftlich einfüge: Ich finde, die zusätzliche Leerzeile streckt den Brief sehr (daher habe ich auch in den Beispielen in meinem Beitrag keine Leerzeilen gesetzt).

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  2. Daniela Dupont

    Guten Tag!

    Wäre Folgendes korrekt?
    „Ich warte gespannt auf Ihre Antwort

    und grüsse Sie freundlich
    Daniela Dupont“

    Oder finden Sie dies eine unschöne Formulierung?

    Freundliche Grüsse
    Daniela Dupont

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Frau Dupont,

      ich finde Ihre Formulierung in Ordnung.
      Bezüglich der Zeichensetzung ist alles korrekt. Ihre eigentliche Grußformel ist zwar unkonventionell (gebräuchlicher sind Hinweise wie „[…] und ich verbleibe mit freundlichen Grüßen“) – aber auf mich wirkt Ihr Gruß gerade deshalb sehr sympathisch.
      Letztlich gibt es keine starren Regeln, wie der Gruß aussehen muss: Sie können hier immer eine individuelle Formulierung nutzen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  3. Jutta Rohrbach

    Wenn mein Grußformel wie folgt lautet:

    Viele Grüße, auch an XYZ,

    Deine Jutta R.

    Wie sieht es hier aus? Es ist ja ein eingeschobener Nebensatz.
    Auch wenn ein “Dein oder Deine” vor dem Namen folgt, setzt man ebenfalls nach dem Gruß kein Komma?
    Ist sie so richtig oder falsch, wie ich es geschrieben habe?

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Frau Rohrbach,

      zwischen dem Gruß und dem Namen setzt man auch dann kein Komma, wenn man „dein“ oder „deine“ vorschaltet (laut dem Handbuch zur Zeichensetzung des Dudenverlags, Stichwort Das Komma bei freistehenden Zeilen). Korrekt ist demnach

      „Viele Grüße
      Deine Jutta“

      Bei Ihrem Beispiel „Viele Grüße, auch an XYZ, (…)“ ist es komplizierter. Hier trifft der Duden keine klare Aussage. Allerdings handelt es sich bei „auch an XYZ“ um einen klassischen Zusatz. Solche Zusätze werden korrekterweise mit einem Komma vom übrigen Text abgetrennt. Das heißt auch für die Grußformel:

      „Viele Grüße, auch an YXZ
      Deine Jutta“

      Man könnte hier einwenden, dass „auch an XYZ“ auch ein Einschub sein kann. Einschübe werden immer in paarige Kommas eingeschlossen – laut Duden allerdings nur dann, „wenn der Satz danach weitergeht“ (Duden-Regel 103). Das ist bei der Grußformel nicht der Fall: Hier handelt es sich ja um eine freistehende Zeile. Daher sollten Sie das Komma nach „XYZ“ weglassen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  4. Thomas Krause

    Hallo,
    folgt auf “Vielen Dank” oder “Vielen Dank im Voraus” ein Satzzeichen?
    Kann oder muss dies gesetzt werden oder darf es nicht gesetzt werden?

    Vielen Dank im Voraus(.)
    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Krause

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Krause,

      letztlich kommt es darauf an, ob und wie der Gruß weitergeht. In Ihrem Beispiel würde man ein Komma setzen, „mit freundlichen Grüßen“ aber kleinschreiben, da es sich um eine Aufzählung handelt:

      „Vielen Dank im Voraus,

      mit freundlichen Grüßen
      Thomas Krause“

      Anders verhält es sich, wenn „Vielen Dank im Voraus“ die Grußformel ersetzt. Dann hieße es

      „Vielen Dank im Voraus
      Thomas Krause“

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  5. Natascha

    Ist denn nicht die Anrede auch formal eine freistehende Zeile? Warum setze ich dann da ein Komma? Die Schweizer schreiben ja ohne Komma groß weiter. Ist das vlt richtiger? LG

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo,

      Sie haben recht: Auch die Anrede ist eine freistehende Zeile – und dass in Deutschland ein Komma gesetzt wird, gehört zu den Ausnahmen innerhalb der bestehenden Rechtschreibregeln. Der Duden schreibt in Das Handbuch zur Zeichensetzung, Stichpunkt Das Komma bei freistehenden Zeilen:

      „Eine Ausnahme ist die Anrede in Briefen und E-Mails, nach der man ein Komma (seltener und heute veraltet ein Ausrufezeichen) setzt. Da nach dem Komma der Satz weitergeht, muss das erste Wort des eigentlichen Briefes / der E-Mail kleingeschrieben werden, wenn es kein Substantiv oder kein Anredepronomen (…) ist.“

      Damit wird die Anrede einem vollständigen Satz gewissermaßen vorangestellt. In solchen Fällen schreibt der Duden in Regel D 129 die Kommasetzung vor.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  6. J. Marc Reichow

    Wie sieht es Ihres Erachtens (oder Ihren Quellen zufolge) bei der folgenden Verkürzung (m)einer Grußformel aus?

    Herzlich,
    Marc

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Reichow,

      es gibt die verkürzte Grußformel „Herzlichst“, nicht aber „Herzlich“.
      Das ist ein sehr persönlicher Gruß: Er sollte daher nur in privater Korrespondenz genutzt werden – oder in geschäftlichen Briefen oder E-Mails, wenn Sie den Empfänger besser kennen und ohnehin ein lockerer und persönlicher Ton herrscht.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  7. Ulrich Kahlbaum

    Vielen Dank für die Klarstellung im Hinblick auf die Setzung eines Komma bei der Verabschiedung / Grußformel.
    Der Plural eines zu setztenden Kommas heißt doch noch Kommata. Oder?

    Freundliche Grüße

    Ulrich Kahlbaum

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Kahlbaum,

      beim Plural haben wir die Wahl: entweder “die Kommata” oder “die Kommas”.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  8. Juliana

    Mit freundlichen Grüssen ohne Komma?

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Liebe Juliana,

      ja, das ist korrekt. Die Grußzeile gilt quasi als freistehende Zeile und vor dem Namen bzw. der Unterschrift des Absenders steht kein Komma: nachzulesen in „Richtiges und gutes Deutsch: Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“, Stichwort „Brief / E-Mail: Briefschluss“ (Dudenverlag).

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  9. Barbara Kettl-Römer

    Sehr nützlicher Hinweis, denn das wird immer wieder falsch gemacht!

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Ich schätze, die häufige Fehlerquote trägt dazu bei, dass sich das falsche Komma nach der Grußformel verselbstständigt (leider!). Und vielleicht ein weiterer Grund: Im Englischen kann man nach dem Gruß ein Komma setzen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

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