Kein Komma nach der Grußformel: So verabschieden Sie sich fehlerfrei

Kommasetzung bei Grußformeln von Briefen: Motiv Briefumschläge auf postgelbem Grund

© Sandra Meinzenbach

Ein Komma nach der Grußformel von Briefen oder E-Mails: Das ist einer der häufigsten Kommafehler. Vielleicht, weil man nach der Briefanrede ein Komma setzt. Und weil Namen und Anreden in anderen Texten (völlig zu Recht) mit Kommas vom übrigen Satz getrennt werden. Zum Beispiel bei „Ich danke für Ihre Bestellung, Frau Müller“ oder „Wir begrüßen Sie, Herr Wagner, als neuen Kunden“. Doch die Grußformel kommt ohne Komma am Zeilenende aus:

Aber was passiert, wenn die Grußformel direkt mit dem letzten Briefsatz verbunden wird? Für diesen Fall schreibt der Duden im Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle (Stichwort Brief / E-Mail) „die reguläre Zeichensetzung“ einschließlich regulärer Groß- und Kleinschreibung vor.

Das heißt: Enthält der letzte Satz Aufzählungen, Einschübe oder Nebensätze, müssen ebenso wie in ganz normalem Text gliedernde Kommas gesetzt werden. Zwischen der Grußformel und dem Namen des Absenders folgt jedoch auch hier kein Komma. Zugleich beginnt die einleitende Präposition „mit“ mit kleinem Anfangsbuchstaben:

Dass nach der Grußformel kein Komma stehen darf, liegt daran, dass der Gruß laut DIN-Norm als freistehende Zeile formatiert wird. Die Grußformel schließt formal nie unmittelbar an den letzten Satz an, sondern folgt mit einer Zeile Abstand zum Text – und das Komma, so der Dudenverlag im Handbuch Zeichensetzung, „steht in der Regel nicht nach Sätzen, Satzstücken und einzelnen Wörtern, die im Druck- oder Schriftbild in besonderen Zeilen deutlich herausgehoben werden und inhaltlich selbstständig sind“.

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24 Kommentare

  1. Elke Dieterich

    Guten Tag Frau Meinzenbach,

    herzlichen Dank für Ihre umgehende Beantwortung, womit Sie mir sehr halfen. Gestatten Sie mir hierzu noch folgende Fragen:

    1. Ich hatte meine Kontaktaufnahme vom 25.08. mit einem Satz beendet und darunter meinen Namen gesetzt, also keine konkrete Grußformel verwendet, wofür ich mich jetzt noch entschuldige.

    Frage: Das ist also richtig, dieser Satz ist ein normaler Satz, in diesem Fall der Abschlusssatz, der mit einem Punkt als Satzzeichen endet, und wird stattdessen nicht automatisch dann als sogenannte Grußformel betrachtet, da ich eine solche in der Art und Weise nicht angewandt habe?

    2. Wenn ich ein Schreiben – beispielsweise eine E-Mail – abschließe mit:
    Vielen Dank.
    Elke

    Frage: Dann ist dieses Satzzeichen, in dem Fall der Punkt, aber auch jedes andere Satzzeichen falsch, weil „Vielen Dank“ wieder als Grußformel gilt. Ist das korrekt?

    Wiederholt danke ich Ihnen für Ihre Mühen und Geduld in der Beantwortung meiner Fragen.

    Viele Grüße
    Elke Dieterich

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Frau Dieterich,

      wenn Sie nicht eigens eine Grußformel anschließen, beenden Sie den letzten Satz ganz normal mit Schlusspunkt (oder auch einem Ausrufezeichen) und setzen Ihren Namen darunter: so, wie Sie es in Ihrem vorherigen Kommentar getan haben. Dann fehlt einfach nur der Gruß zwischen dem Text und dem Namen.
      Bei „Vielen Dank“ kommt es darauf an. Sie können „Vielen Dank“ als verkürzten letzten Satz des Briefs oder der Mail verstehen: Dann schließen Sie „Vielen Dank“ ohne Absatzumbruch an den Text an und setzen danach einen Punkt. Ihr Name folgt ohne Grußformel mit einer Leerzeile Abstand zum Text.
      Sie können „Vielen Dank“ aber auch als Gruß nutzen. Hier fügen Sie „Vielen Dank“ mit einer Leerzeile Abstand zum Text ein und verzichten auf den Punkt: Diese Variante wirkt höflicher.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  2. Ute Heimbach

    Sehr geehrte Frau Meinzenbach,
    in Ihren Antwortschreiben benutzen Sie u. a. die folgenden Anreden: „Guten Tag, Herr …,“ bzw. „Guten Tag, Frau …,“. Meines Erachtens wird aber hier kein Komma gesetzt. Es müsste also heißen: „Guten Tag Frau …,“ bzw. „Guten Tag Herr …“. Oder sehe ich das falsch?
    Viele Grüße
    Ute Heimbach

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Sehr geehrte Frau Heimbach,

      nach „Guten Tag“ kann ein Komma gesetzt oder auch weggelassen werden (siehe Duden-Regel 132/2). Ich finde die Schreibung mit Komma besser, weil die Anrede klarer gegliedert wird. Sie können das Komma aber genauso gut weglassen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  3. Elke Dieterich

    Guten Tag Frau Meinzenbach,

    ich möchte kurz Bezug nehmen auf die Frage von Herrn Reichow vom 05.02. sowie Ihrer Antwort vom 06.02.19.
    Warum wird nach „Herzlichst”, nun ein Komma gesetzt?
    Ich bin davon ausgegangen, dass grundsätzlich nach der Grußformel kein Komma oder ein anderes Satzzeichen erfolgt. Für mich ist „Herzlichst“ in diesem Fall die Grußformel?

    Und meinen Fragen lauten:
    1. Ich habe gelesen, dass bei freundschaftlichen Grüßen, wie „Tschüss,“ und „Servus,“ jeweils ein Komma gesetzt wird. Wie erklärt sich das jetzt bzw. wie muss man das verstehen, denn auch hier gilt doch, dass diese beiden Wörter als Grußformel eingesetzt werden?

    2. Wenn ich als Grußformel schreibe:
    Ich grüße Euch, bis bald,
    Elke
    Hier setzte ich in der Vergangenheit grundsätzlich nach „bald“ ein Komma. Ist das nun richtig oder falsch?

    Vielen Dank für Ihre Mühen und Beantwortung im Voraus.
    Elke Dieterich

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Frau Dieterich,

      ich bin bei Herrn Reichows Frage bezüglich „Herzlichst“ gar nicht auf die Kommasetzung eingegangen – sondern nur darauf, ob sich „Herzlich“ oder „Herzlichst“ als Grußformel eignen.
      Bezüglich der Kommasetzung gilt auch hier: Es wird ohne Komma geschrieben. Auch nach Grüßen mit „Servus“ und „Tschüss“ folgt kein Komma.
      Allerdings wird bei „Servus“ und „Tschüss“ ein Komma angehängt, wenn man beide Wörter in einem ganz normalen Fließtext verwendet: beispielsweise „Servus, meine Lieben (…)“ oder „Tschüss, alter Junge (…)“. Anders als bei einer Grußformel nutzt man „Servus“ und „Tschüss“ nicht als freistehende Grußzeile. Hier wird beides vorangestellt und deutlich hervorgehoben: Daher setzt man ein Komma.
      Dagegen wird in Ihrem Beispiel „Ich grüße euch, bis bald“ nach „bald“ kein Komma gesetzt. Letztlich ist es ganz egal, wie man die Grußformel formuliert. Man hat Spielraum – und da Sie „Bis bald“ als Gruß nutzen, wird nur nach „Ich grüße euch“ ein Komma gesetzt: weil es sich hier um eine Aufzählung (quasi um einen doppelten Gruß) handelt.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  4. Mario Gruber-Kalteis

    Wie verhält es sich mit einer weiteren Leerzeile nach der Grußformel? Kann/darf diese gesetzt werden?

    Danke vorab und schönen Gruß

    Mario Gruber-Kalteis

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Herr Gruber-Kalteis,

      nicht nur vor, sondern auch nach der Grußformel kann eine Leerzeile gesetzt werden.
      Die DIN-5008-Richtlinien (die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung) empfehlen die Leerzeile namentlich dann, wenn nach dem Gruß zunächst ein Firmenname eingefügt wird:

      „Mit freundlichen Grüßen

      Sunshine Verlag
      Bernd Weber“

      Wenn Sie nur Ihren Vor- und Nachnamen nennen, können Sie ebenfalls eine Leerzeile einfügen.
      Ich persönlich verzichte jedoch in Briefen, die ich als PDF versende und in denen ich meinen Namen maschinenschriftlich einfüge: Ich finde, die zusätzliche Leerzeile streckt den Brief sehr (daher habe ich auch in den Beispielen in meinem Beitrag keine Leerzeilen gesetzt).

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  5. Daniela Dupont

    Guten Tag!

    Wäre Folgendes korrekt?
    „Ich warte gespannt auf Ihre Antwort

    und grüsse Sie freundlich
    Daniela Dupont“

    Oder finden Sie dies eine unschöne Formulierung?

    Freundliche Grüsse
    Daniela Dupont

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Frau Dupont,

      ich finde Ihre Formulierung in Ordnung.
      Bezüglich der Zeichensetzung ist alles korrekt. Ihre eigentliche Grußformel ist zwar unkonventionell (gebräuchlicher sind Hinweise wie „[…] und ich verbleibe mit freundlichen Grüßen“) – aber auf mich wirkt Ihr Gruß gerade deshalb sehr sympathisch.
      Letztlich gibt es keine starren Regeln, wie der Gruß aussehen muss: Sie können hier immer eine individuelle Formulierung nutzen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  6. Jutta Rohrbach

    Wenn mein Grußformel wie folgt lautet:

    Viele Grüße, auch an XYZ,

    Deine Jutta R.

    Wie sieht es hier aus? Es ist ja ein eingeschobener Nebensatz.
    Auch wenn ein “Dein oder Deine” vor dem Namen folgt, setzt man ebenfalls nach dem Gruß kein Komma?
    Ist sie so richtig oder falsch, wie ich es geschrieben habe?

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Guten Tag, Frau Rohrbach,

      zwischen dem Gruß und dem Namen setzt man auch dann kein Komma, wenn man „dein“ oder „deine“ vorschaltet (laut dem Handbuch zur Zeichensetzung des Dudenverlags, Stichwort Das Komma bei freistehenden Zeilen). Korrekt ist demnach

      „Viele Grüße
      Deine Jutta“

      Bei Ihrem Beispiel „Viele Grüße, auch an XYZ, (…)“ ist es komplizierter. Hier trifft der Duden keine klare Aussage. Allerdings handelt es sich bei „auch an XYZ“ um einen klassischen Zusatz. Solche Zusätze werden korrekterweise mit einem Komma vom übrigen Text abgetrennt. Das heißt auch für die Grußformel:

      „Viele Grüße, auch an YXZ
      Deine Jutta“

      Man könnte hier einwenden, dass „auch an XYZ“ auch ein Einschub sein kann. Einschübe werden immer in paarige Kommas eingeschlossen – laut Duden allerdings nur dann, „wenn der Satz danach weitergeht“ (Duden-Regel 103). Das ist bei der Grußformel nicht der Fall: Hier handelt es sich ja um eine freistehende Zeile. Daher sollten Sie das Komma nach „XYZ“ weglassen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  7. Thomas Krause

    Hallo,
    folgt auf “Vielen Dank” oder “Vielen Dank im Voraus” ein Satzzeichen?
    Kann oder muss dies gesetzt werden oder darf es nicht gesetzt werden?

    Vielen Dank im Voraus(.)
    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Krause

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Krause,

      letztlich kommt es darauf an, ob und wie der Gruß weitergeht. In Ihrem Beispiel würde man ein Komma setzen, „mit freundlichen Grüßen“ aber kleinschreiben, da es sich um eine Aufzählung handelt:

      „Vielen Dank im Voraus,

      mit freundlichen Grüßen
      Thomas Krause“

      Anders verhält es sich, wenn „Vielen Dank im Voraus“ die Grußformel ersetzt. Dann hieße es

      „Vielen Dank im Voraus
      Thomas Krause“

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  8. Natascha

    Ist denn nicht die Anrede auch formal eine freistehende Zeile? Warum setze ich dann da ein Komma? Die Schweizer schreiben ja ohne Komma groß weiter. Ist das vlt richtiger? LG

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo,

      Sie haben recht: Auch die Anrede ist eine freistehende Zeile – und dass in Deutschland ein Komma gesetzt wird, gehört zu den Ausnahmen innerhalb der bestehenden Rechtschreibregeln. Der Duden schreibt in Das Handbuch zur Zeichensetzung, Stichpunkt Das Komma bei freistehenden Zeilen:

      „Eine Ausnahme ist die Anrede in Briefen und E-Mails, nach der man ein Komma (seltener und heute veraltet ein Ausrufezeichen) setzt. Da nach dem Komma der Satz weitergeht, muss das erste Wort des eigentlichen Briefes / der E-Mail kleingeschrieben werden, wenn es kein Substantiv oder kein Anredepronomen (…) ist.“

      Damit wird die Anrede einem vollständigen Satz gewissermaßen vorangestellt. In solchen Fällen schreibt der Duden in Regel D 129 die Kommasetzung vor.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  9. J. Marc Reichow

    Wie sieht es Ihres Erachtens (oder Ihren Quellen zufolge) bei der folgenden Verkürzung (m)einer Grußformel aus?

    Herzlich,
    Marc

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Reichow,

      es gibt die verkürzte Grußformel „Herzlichst“, nicht aber „Herzlich“.
      Das ist ein sehr persönlicher Gruß: Er sollte daher nur in privater Korrespondenz genutzt werden – oder in geschäftlichen Briefen oder E-Mails, wenn Sie den Empfänger besser kennen und ohnehin ein lockerer und persönlicher Ton herrscht.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  10. Ulrich Kahlbaum

    Vielen Dank für die Klarstellung im Hinblick auf die Setzung eines Komma bei der Verabschiedung / Grußformel.
    Der Plural eines zu setztenden Kommas heißt doch noch Kommata. Oder?

    Freundliche Grüße

    Ulrich Kahlbaum

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Herr Kahlbaum,

      beim Plural haben wir die Wahl: entweder “die Kommata” oder “die Kommas”.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  11. Juliana

    Mit freundlichen Grüssen ohne Komma?

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Liebe Juliana,

      ja, das ist korrekt. Die Grußzeile gilt quasi als freistehende Zeile und vor dem Namen bzw. der Unterschrift des Absenders steht kein Komma: nachzulesen in „Richtiges und gutes Deutsch: Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“, Stichwort „Brief / E-Mail: Briefschluss“ (Dudenverlag).

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  12. Barbara Kettl-Römer

    Sehr nützlicher Hinweis, denn das wird immer wieder falsch gemacht!

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Ich schätze, die häufige Fehlerquote trägt dazu bei, dass sich das falsche Komma nach der Grußformel verselbstständigt (leider!). Und vielleicht ein weiterer Grund: Im Englischen kann man nach dem Gruß ein Komma setzen.

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

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