Satzzeichen in der Briefanrede: So gehen Sie korrekt mit Kommas und Ausrufezeichen um

Korrekte Satzzeichen in der Briefanrede: Motiv Briefumschläge auf postgelbem Grund

© Sandra Meinzenbach

Souveräne Korrespondenz beginnt mit korrekten Briefanreden – und natürlich mit korrekter Zeichensetzung. Doch wann und wo müssen Kommas gesetzt werden? Und wann ist das Ausrufezeichen eine gute Wahl? Folgender Überblick verhilft Ihnen zu einem fehlerfreien Start in Geschäftsbriefe und E-Mails.

Kommas nach der Briefanrede? Auf jeden Fall

Hinter die Briefanrede gehört ein Komma. Und zwar hinter Namen ebenso wie hinter unbestimmte Anreden. Es heißt

  • „Sehr geehrte Damen und Herren, (…)“,
  • „Sehr geehrte Frau Müller, (…)“,
  • „Liebe Kunden, (…)“ und
  • „Lieber Herr Richter, (…)“.

Geht es mit Präpositionen, Artikeln, Verben oder Adjektiven weiter, wird kleingeschrieben. Nur im Falle von Substantiven oder Namen beginnt der eigentliche Briefinhalt mit einem Großbuchstaben.

Kommas in der Briefanrede? Nach Belieben

Nach den Begrüßungen „Guten Tag“ und „Hallo“ wird der Empfängername in Kommas eingeschlossen. Aber der Duden toleriert die schnörkellose Variante ohne Komma vor dem Namen. Es darf heißen

  • „Guten Tag, Herr Richter, (…)“ oder „Guten Tag Herr Richter, (…)“ und
  • „Hallo, Frau Müller, (…)“ oder „Hallo Frau Müller, (…)“.

Auch hier wird nur dann groß weitergeschrieben, wenn der Brieftext mit Substantiven oder Namen beginnt.

Kommas in der Briefanrede? Unter Umständen

Verbindet man „Guten Tag“ mit „Sehr geehrte (…)“ und „Hallo“ mit „Liebe (…)“, empfiehlt sich ein Komma zwischen beiden Anreden. Vor dem Empfängernamen oder der unbestimmten Anrede stehen keine Kommas. Nach der Anrede sind Kommas jedoch auch hier Pflicht. Es heißt

  • „Guten Tag, sehr geehrte Damen und Herren, (…)“ und
  • „Hallo, liebe Frau Müller, (…)“.

Zum Schluss ein Ausrufezeichen? Unter Vorbehalt

Die Anredezeile kann mit einem Ausrufezeichen schließen. Doch Ausrufezeichen besitzen Signalwirkung. Sie verleihen Geschäftsbriefen einen lauten und fordernden Ton. Daher gehören sie weder in Rechnungen noch in Mahnungen oder Beschwerdeschreiben. Ausrufezeichen eignen sich bestenfalls für

  • Briefe oder E-Mails an gut bekannte Empfänger,
  • positive Nachrichten,
  • Glückwünsche und Geburtstagsgrüße,
  • Botschaften wie „Frohe Ostern“ oder „Fröhliche Weihnachten“.

Nach einem Ausrufezeichen beginnt der Brieftext wie ein ganz normaler Satz: Das erste Wort wird großgeschrieben.

Keine Satzzeichen nach der Briefanrede? Bei Post in die Schweiz

Schweizer verzichten üblicherweise auf Satzzeichen nach der Anrede. Bei Briefen oder E-Mails in die Schweiz deutsche Rechtschreibregeln anzuwenden, ist natürlich nicht falsch. Doch wer sich an die Gepflogenheiten seiner Schweizer Adressaten anpasst, zeigt seine Wertschätzung. Wird weder ein schließendes Komma noch ein Ausrufezeichen gesetzt, geht es übrigens immer mit einem Großbuchstaben weiter im Text.

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