Mit „Copy-and-paste“ zum Firmenauftritt? Warum sich Textdiebstahl nicht lohnt

Copy and paste? Textdiebstahl und Urheberrechtsverletzungen lohnen sich nicht. Motiv Puzzleteile über Zeitungsseite.

© Pio Si | fotolia.com

Textdiebstahl ist denkbar einfach. Nur wenige Klicks und Google liefert passende Bausteine: für eine neue Leistungsseite, für neue Blogbeiträge oder für die Präsentation aktueller Angebote. Doch Textdiebstahl lohnt sich nicht. Selbst zu schreiben ist nicht nur eine Frage der Fairness – sondern auch eine Frage des Urheberrechts und professionellen Firmenmarketings.

Bei Textdiebstahl drohen rechtliche Konsequenzen

Sich mit fremden Federn zu schmücken, ist kein Bagatelldelikt. Verwenden Sie Texte anderer Websites oder Blogs, verstoßen Sie gegen das Urheberrecht. Solche Rechtsverletzungen aufzuspüren, ist heutzutage ein Kinderspiel. Die Autoren kopierter Texte dürften gegen den Diebstahl ihres geistigen Eigentums vorgehen. Sie müssen damit rechnen, abgemahnt zu werden: verbunden mit der Aufforderung,

  • die betreffenden Texte wieder zu löschen,
  • entsprechende Urheberrechtsverstöße auch zukünftig zu unterlassen,
  • Schadensersatz zu zahlen und
  • etwaige Anwaltskosten zu übernehmen.

Ein rechtliches Nachspiel droht nicht nur bei Textdiebstahl in großem Format. Auch geschützte Slogans sind tabu. Verwenden Sie Überschriften wie „3 … 2 … 1 … meins!“ oder „Geiz ist geil“, verletzen Sie das Markenrecht – und handeln sich Ärger mit dem Auktionshaus eBay oder dem Elektromarkt SATURN ein. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, überprüfen Sie Ihre Formulierungen: zum Beispiel auf der Website des Deutschen Patent- und Markenamts.

Textdiebstahl führt zu unpassenden Firmentexten

Dass Urheberrechtsverletzungen unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen, stellt nur eine Seite der Medaille dar. Bedienen Sie sich im Internet, tun Sie sich und Ihrer Firmenwebsite keinen Gefallen: Texte Ihrer Branchenkollegen passen im besten Fall bedingt und im schlechtesten Fall gar nicht zu Ihren eigenen Angeboten. Bedenken Sie, dass Sie unter Umständen ungeeignete Formulierungen übernehmen:

  • dass Ausdruck und Tonalität nicht mit Ihren sonstigen Texten harmonieren – oder dass Sie unterschiedliche Schreibstile aneinanderreihen und Ihre Sprache keinerlei Wiedererkennungswert besitzt.
  • dass Sie das zwanglose „Du“ in einen Text hineinkopieren, obwohl Sie Ihre Leser siezen. Oder dass Sie das formelle „Sie“ verwenden, obwohl Sie sonst per „du“ kommunizieren.
  • dass Sie Ihre Leser „Kunden“ nennen, wo „Auftraggeber“ oder „Partner“ angemessen wäre. Oder dass Sie „Neukunden“ schreiben, wo es sich um Stammkunden handelt.
  • dass Fachbegriffe in Texte hineinrutschen, die sich an Laien richten – und dass Sie Ihre Leser überfordern.
  • dass Sie umgekehrt Experten erreichen möchten, aber Überflüssiges erläutern und allzu einfach formulieren – und dass sich Ihr Zielpublikum zu langweilen beginnt.

Sie präsentieren sich nur dann souverän, wenn Sie die Besonderheiten Ihrer Firma und Ihrer Angebote betonen: mit ganz auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Hintergrundinformationen, authentischen Über-uns-Angaben oder persönlichen Gedanken zu Ihrem Firmenleitbild.

Extratipp zum Schluss

Zu guter Letzt noch einmal zurück zu Textdiebstahl und damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen: Sind einzelne Wortgruppen Ihrer Firmentexte auch anderswo zu finden, haben Sie in der Regel nichts zu befürchten. Sofern es sich nicht um geschützte Slogans handelt, besitzen einzelne Wörter oder Wendungen eine zu geringe Schöpfungshöhe: Sie genießen keinen urheberrechtlichen Schutz. Und zitieren dürfen Sie selbstverständlich auch. Aber dazu später mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

error: Content is protected !!