Marketing für Freiberufler: Tipps und Tricks für Soloselbständige

Marketing für Freiberufler: Halbporträt (Profil) einer Geschäftsfrau mit Tablet

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Wer ein größeres Unternehmen führt, erzählt auf seiner Website vielleicht etwas über die Firmengeschichte oder die Firmenphilosophie. Wer Angestellte hat, kann sein Team vorstellen. Und auf dem neuen Flyer ist Platz für jede Menge Daten und Fakten zum eigenen Unternehmen.

Doch wie sieht optimales Marketing für Freiberufler und Soloselbständige aus? Wie verkaufen Sie sich gut, wenn Sie allein arbeiten? Für Sie zählen andere Kriterien. Die wichtigsten Tipps für Ihr (Online-)Marketing als Freiberufler oder Freiberuflerin habe ich in meinem neuen Beitrag zusammengefasst. Los geht’s.

Marketing mit Persönlichkeit

Die wichtigste Säule im Marketing für Freiberufler und Einzelkämpferinnen ist die eigene Persönlichkeit. Wer mit Soloselbständigen arbeitet, trifft diese Entscheidung bewusst: weil unkomplizierte Kommunikation und eine persönliche Ebene wichtig sind.

Es geht es um den Menschen, der ein bestimmtes Angebot macht – nicht aber um einen anonymen Konzern, lästige Telefonwarteschleifen und endlos lange Dienstwege mit ständig wechselnden Ansprechpartnern. Das heißt für Sie: Geben Sie interessierten Leserinnen und künftigen Kunden die Gelegenheit, Sie kennenzulernen. Bauen Sie Vertrauen und Sympathie auf: auf Ihrer Website, mit Ihren Social-Media-Kanälen, mit Ihrem Newsletter oder Ihren Flyern. Und zwar so:

Persönlichkeit sticht

Sie sind das Gesicht Ihres Unternehmens. Zeigen Sie sich mit einem vorteilhaften Porträt, nutzen Sie auf Ihrer Website gerne auch verschiedene Fotos. So können Sie unterschiedliche Blickwinkel und mehrere Facetten einfangen.

„Sterile“ Businessfotos mit weißem Hemd, Anzug oder Kostüm brauchen Sie nicht unbedingt. Entscheidend ist eher, wie Sie auf Ihre Kunden wirken wollen und wie Sie sich selbst positionieren. Das sagt der Werbefotograf Kristian Scheffler – und gibt Ihnen in meinem Interview zahlreiche weitere Tipps für optimale Fotos.

Authentisch und überzeugend: Ihr „Ich“ zählt

Marketing für Freiberufler heißt auch: Ihre Persönlichkeit zählt in Ihrer Sprache. Betonen Sie Ihre Leistungen mit den Pronomen „ich“, „mein“ oder „mich“ – statt sich hinter dem vermeintlich seriöseren „Wir“ zu verstecken. Warum das schiefgeht, lesen Sie unter Ihr Auftritt als Einzelunternehmer.

Zeigen Sie Ihren Leserinnen und Lesern klar und deutlich, wer ihre neuen Visitenkarten gestaltet, ihr Notebook repariert oder ihre Steuererklärung übernimmt: Werden Sie in Ihren Texten als Person und Persönlichkeit sichtbar.

Vom „Ich“ zu Ihrer Arbeitsweise

Bleiben wir bei Pronomen wie „ich“ oder „mein“: Erklären Sie Ihren Lesern, wie Sie arbeiten. Gerade, wenn Sie im Dienstleistungsbereich arbeiten, haben viele Kunden Fragen: Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Was gehört alles zum Angebot? Und was müssen Ihre Kunden selbst tun?

Beantworten Sie solche Fragen. Wenn Sie Ihre Arbeitsweise schildern, zerstreuen Sie mögliche Bedenken: Sie können zeigen, dass genau Sie die richtige Partnerin oder der richtige Partner sind. Dass zwangsläufig Pronomen wie „ich“ „meine“ oder „mir“ in Ihren Texten auftauchen, unterstreicht Ihre Persönlichkeit.

Vom „Ich“ zu Ihrem Alleinstellungsmerkmal

Sich nicht hinter vermeintlich seriöseren „Wir“-Formulierungen verstecken und Ihre Arbeitsweise betonen: Das führt Sie zu Ihrem Alleinstellungsmerkmal.

Dass das Schlagwort „Alleinstellungsmerkmal“ Probleme birgt, habe ich an anderer Stelle deutlich gemacht. Dennoch: Dass Sie Freiberufler oder Einzelunternehmerin sind, können Sie als klaren Vorteil ausspielen. Unterstreichen Sie, was Ihre Arbeit besonders macht, was Ihnen wichtig ist – und was Sie von Ihren Mitbewerbern unterscheidet. Mein Tipp für Ihr Marketing als Freiberufler(in): Zeigen Sie interessierten Kunden, auf welche Art und Weise Sie die angefragte Leistung erbringen. So stellen Sie sich und Ihre Arbeit als unverwechselbar dar.

Persönlich sprechen: Charakteristisch statt sperrig

Um als Persönlichkeit sichtbar zu werden, empfehle ich außerdem: Schreiben Sie so, wie Sie sprechen. Denn dann klingen Ihre Texte aufrichtig und echt.

Wenn Sie mit Ihren Kunden reden, sagen Sie bestimmt nicht „Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung“. Oder „Sie profitieren von qualitativ hochwertigen Leistungen“. Sie sagen wahrscheinlich „Ich bin jederzeit für Sie da“ oder vielleicht „Mein neuer Kurs wird mega reinknallen“. Wenn Sie der lockere Typ sind, dann haben Sie den Mut zu einer lockeren Sprache. Ihre Kunden merken ohnehin, wie Sie ticken: spätestens, wenn Sie mit ihnen telefonieren oder ihnen gegenüberstehen.

Marketing für Freiberufler: Praxistipps

Mein Grundsatztipp: Finden Sie eine gute Balance zwischen sich selbst, Ihrer Persönlichkeit und den Wünschen und Anliegen Ihrer Kunden. Denn auf Ihrer Website, Ihren Flyern oder Ihren Social-Media-Kanälen geht es nicht um Sie: Es geht um Pluspunkte, Vorteile und um den konkreten Nutzen Ihrer Angebote für interessierte Kunden. Das gelingt auf unterschiedliche Art und Weise: je nachdem, auf welche Akquise- und Kommunikationskanäle Sie setzen.

Kurzvorstellung

Der Spagat zwischen Ihrem Ich als Solounternehmer(in) und möglichen Kundenvorteilen funktioniert zunächst kurz und knapp in ein, zwei Sätzen:

  • als Zusatzinformation unter Ihren Blogbeiträgen,
  • unter Ihrem Newsletter,
  • vielleicht unter Ihren Werbebriefen oder
  • auf Social Media.

So geht’s: Möglich sind Kurzvorstellungen wie „Keine Ahnung von Suchmaschinenoptimierung? Als SEO-Coach gebe ich Ihnen die passenden Werkzeuge mit: sodass Sie Ihre Website in Eigenregie auf Vordermann bringen.“ Oder „Falls Ihnen Kundenanfragen und Terminmanagement über den Kopf wachsen: Als Ihre virtuelle Assistentin verschaffe ich Ihnen Zeit für Ihr Kerngeschäft.“

Ihr neuer Flyer

Falls Sie einen Flyer planen: Fügen Sie auch hier einige Sätze über sich selbst (und am besten auch ein Foto) ein. Machen Sie wiederum deutlich, wobei und womit Sie Ihren Lesern helfen – und schreiben Sie keine trockene Kurzbiografie.

Minus: „Ich wurde 1974 geboren, habe von 1993 bis 1996 eine Ausbildung zur Fotografin gemacht und war zunächst angestellt. 2004 habe ich mich selbständig gemacht. Seitdem führe ich mein eigenes Studio.“

Plus: „Ich setze Ihre Familie in Szene. Als freie Fotografin (schon seit 2004) konzentriere ich mich auf authentische und lebensnahe Fotos: Halten Sie Ihr Leben mit Ihrem Partner und Ihren Kindern fest!“

Ihre Website (I): Ihre Über-mich-Seite

Auch auf der Über-mich-Seite Ihrer Website geht es nicht um Sie und um Ihre Biografie – sondern darum, wie Sie Ihre Kunden unterstützen. Gehen Sie auch hier darauf ein, wovon Ihre Leserinnen und Leser profitieren. Auf Ihrer Website haben Sie mehr Raum als auf einem Flyer: Die Herausforderung besteht darin, einen Mix zwischen Kundenvorteilen, Ihrer Arbeit und biografischen Hinweisen zu finden.

Nachlese: Sie fragen sich, wie das aussehen kann? Ein Beispiel finden Sie auf meiner Website TextArbeit SprachKonzept.

Ihre Website (II): Glaubwürdig auftreten

Die Besucher(innen) Ihrer Website sollen Sie nicht nur kennenlernen, sie sollen Ihnen auch vertrauen. Dass es stimmt, was Sie auf Ihrer Über-mich-Seite schreiben behaupten, können Sie auf vielerlei Weise belegen: mit

  • Kundenstimmen (denn was Ihre Kunden über Sie sagen, ist aussagekräftiger als das, was Sie über sich selbst sagen),
  • einer Liste bisheriger Kundinnen und Kunden (oder eine Auswahl davon) oder
  • Arbeitsproben (sofern Sie einige Kampagnen, Grafiken oder Fotografien zeigen können).

Solche Glaubwürdigkeitselemente müssen Sie natürlich nicht auf Ihrer Über-mich-Seite präsentieren. Für Kundenstimmen, Kundenlisten oder Arbeitsproben reicht eine eindeutige Bezeichnung in Ihrem Menü.

Marketing für Freiberufler: Extratipp zum Schluss

Ein letzter Tipp für optimales Marketing für Freiberufler: Große Unternehmen investieren Unsummen in ihr Marketing. Auch der Mittelstand hat wahrscheinlich Mitarbeiter, die sich gezielt um Facebook und Co. oder um den hauseigenen Newsletter kümmern. Aber für Soloselbständige zählt eher, was realistisch zu schaffen ist.

Prüfen Sie, ob Sie überhaupt Zeit zum Bloggen finden. Oder ob Sie es schaffen, alle zwei, drei Wochen einen Newsletter zu veröffentlichen: Einmal im Monat zu bloggen oder alle sechs Wochen einen neuen Newsletter herauszubringen, reicht letztlich auch. Und Sie müssen auch nicht auf Facebook, Twitter und Instagram, auf LinkedIn, XING, YouTube und Pinterest aktiv sein. Wählen Sie die Kanäle aus, die sich für Sie lohnen – und betreuen Sie sie richtig, statt nur auf Sparflamme zu kochen.

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