Planung, Gestaltung, Text: So punkten Sie mit Ihrem neuen Flyer

Flyer konzipieren und betexten: Motiv Schreibtisch mit aufgeschlagenem Flyer und Pflanzenblatt

© Toa Heftiba | unsplash.com

Flyer sind Klassiker der analogen Werbung. Sie verraten mehr als eine Visitenkarte und informieren dennoch in aller Kürze. Und sie stellen eine gute Alternative zum Online-Marketing dar. Botschaften auf Papier werden nicht einfach im Papierkorb entsorgt. Wer einen Flyer in die Hand gedrückt bekommt, wird ihn sich ansehen und bei ansprechender Gestaltung tatsächlich lesen. Falls auch Sie Flyer für Marketing und Kundenakquise nutzen wollen: In diesem Beitrag habe ich alles Wichtige zusammengefasst – von klassischen Fehlern über Konzeption und Inhalt bis hin zu Formulierungstipps.

Grundsatzfrage: Profitieren Sie überhaupt von Flyern?

Ob sich ein Flyer lohnt, kommt darauf an: ob Sie sich und Ihre Angebote im „echten Leben“ oder zumindest zum Teil analog vermarkten. Flyer sind eine gute Wahl,

  • wenn Ihre Kunden in Ihren Geschäfts- oder Büroräumen ein und aus gehen,
  • wenn Sie Ihren Kunden an anderer Stelle persönlich begegnen,
  • wenn Sie oft auf Tagungen, Messen und Branchentreffen unterwegs sind,
  • wenn viele Post- oder Paketsendungen anfallen und Sie Ihre Flyer beilegen können,
  • wenn Sie in größerem Rahmen denken und Ihre Flyer in Cafés, Läden oder sonstigen Einrichtungen auslegen wollen.

Finden Sie Ihre Kunden jedoch in erster Linie online, empfehlen sich Online-Formate: ein Blog, regelmäßige Newsletters, E-Books oder Social-Media-Aktivitäten.

Konzeption Ihres Flyers

Seitenanzahl, Gestaltung und Inhalte greifen direkt ineinander. Das Layout Ihres Flyers sollte die angebotenen Informationen unterstützen. Umgekehrt darf der Text nicht zu lang geraten. So stimmen Sie Text und Format optimal aufeinander ab:

  • Halten Sie zuerst Ihre Ziele fest. Wollen Sie Ihre Leistungen oder Ihr Unternehmen vorstellen? Möchten Sie auf Rabattaktionen oder Neuerungen im Sortiment aufmerksam machen? Oder wollen Sie über Workshops oder Firmenveranstaltungen informieren? Wichtig: Entscheiden Sie sich für einen Schwerpunkt – und nehmen Sie nicht alles Mögliche auf.
  • Keine Planung ohne Blick auf Ihre Zielgruppe: Möchten Sie Neukunden, Stammkunden, Geschäftspartner oder Ihr berufliches Netzwerk erreichen? Richtet sich Ihr Flyer an Experten oder Laien? Und was sollen die Leser Ihres Flyers tun: Sie kontaktieren, Ihre Website besuchen oder sich in Ihrem Geschäft umschauen?
  • Einige Inhalte stehen in direktem Bezug. So können Sie neben Ihren Leistungen immer auch Preise und Über-uns-Informationen präsentieren. Andere Dinge haben nichts miteinander zu tun: ein Leistungsüberblick und Veranstaltungshinweise zum Beispiel. Hier empfehlen sich separate Flyer. Das gilt natürlich auch, wenn Sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen wollen.
  • Sammeln Sie Inhalte, die zu Ihren Zielen und Ihrer Zielgruppe passen. Soll Ihr Flyer mehrere Produkt- oder Angebotssparten enthalten? Möchten Sie eine Preisliste und/oder Ihre Öffnungszeiten einfügen? Welche Angaben über Ihre Firma sollen auftauchen? Und geht es (auch) um Termine und Anmeldeformalitäten? So können Sie einschätzen, um wie viele Informationen es sich handelt. Planen Sie für jeden Schwerpunkt eine Flyer-Seite ein – und legen Sie sich auf vier, sechs, acht oder gar zehn Seiten fest.
  • Werden Sie konkret: Wo wollen Sie Ihre Inhalte platzieren? Die Anordnung der Textblöcke hängt davon ab, wie der Flyer aufgeklappt wird. Je nach Faltung betrachten Ihre Leser die einzelnen Seiten in unterschiedlicher Reihenfolge. Zu den gängigsten Lösungen gehören Wickelfalze und Zickzackfalze (sogenannte Leporellos). Aber auch unkonventionelle Varianten sind möglich: Beraten Sie sich am besten mit Ihrem Grafiker.

Grafik für Flyer mit 6 und 8 Seiten: Mögliche Inhalte und Themenschwerpunkte.

Texte für Ihren Flyer

Einfach Texte von Ihrer Website kopieren? So viele Details wie möglich unterbringen? Und weil Sie wenig Platz haben: winzige Schrift und einen viel zu engen Zeilenabstand verwenden? Das geht schief. Ein Flyer sollte informativ, aber übersichtlich sein.

  • Haben Sie Mut zur Lücke: namentlich dann, wenn Sie Inhalte präsentieren, die Sie bereits auf Ihrer Website anbieten (beispielsweise Ihre Leistungen oder Informationen über Ihre Firma). Sie müssen nicht sämtliche Details Ihrer Angebote auflisten. Und Sie müssen auch nicht alles über sich und Ihr Unternehmen erzählen. Die meisten Leser dürften ohnehin auf Ihre Website klicken: Einzelheiten können Sie dort unterbringen.
  • „Bleiwüsten“ ohne Punkt und Komma schrecken ab. Doch mit Überschriften und Zwischenüberschriften, Stichpunkten und klar abgegrenzten Textblöcken lockern Sie Ihren Flyer auf. Auch Farben, Fotos und grafische Elemente sorgen für eine leserfreundliche Struktur: Hier ist Ihr Grafiker am Zug.
  • Was für Websitetexte gilt, gilt erst recht für Flyer: Schreiben Sie kurze Sätze – und verzichten Sie auf sperrige Substantivierungen, Fachbegriffe, Passivkonstruktionen und Modalverben wie „können“ oder „dürfen“. Suchen Sie außerdem nach aussagekräftigen Formulierungen ohne schwammige Floskeln und nichtssagende Füllwörter.
  • Brüche in der Kommunikation verwirren Ihre Leser: wenn Sie auf Ihrem Flyer eine völlig andere Sprache nutzen als auf Ihrer Website oder in Ihren Newsletters. Achten Sie also auf einen einheitlichen Stil: seriös oder locker, sachlich oder emotional, per „Sie“ oder per „Du“.

So kommt Ihr Flyer in Sachen Text gut an. Aber da der Durchschnittskunde erst zu lesen beginnt, wenn das Layout „passt“ und sich das Papier gut anfühlt: Lassen Sie Ihren Flyer von einem Profi gestalten und sparen Sie nicht am Druck.

Extratipp zum Schluss

Kundenstimmen sind optimale Lückenfüller. Wenn Sie positive Rückmeldungen erhalten haben, können Sie zwei oder drei Zitate aufnehmen: überall dort, wo Platz bleibt und Sie keine Bilder einsetzen wollen. Wenn Sie drei oder vier Zeilen füllen müssen, verwenden Sie einfach ein kurzes Statement – und bei mehr Raum ein langes Zitat oder mehrere kurze Feedbacks.

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