Firmenblog oder kein Firmenblog? Argumente für und gegen das Bloggen

Argumente für ein Firmenblog: Moti Schreibtisch, PC, Tasse, Stifte und Grünpflanze

© Georgie Cobbs │ unsplash.com

Von einem Firmenblog (einem Corporate Blog) profitiert jedes Unternehmen. Daher sollten alle Unternehmen bloggen: Das empfehlen viele Marketing- und Kommunikationsberater. Immerhin können Sie Wissenswertes rund um Ihre Firma und Ihre Branche präsentieren. Sie können Ihren Lesern praktische Tipps geben. Sie erreichen Ihre Wunschkunden. Und Sie werden bei Google und Co besser gefunden: Stets neue Texte mit klug gewählten Keywords helfen Ihnen bei der Suchmaschinenoptimierung.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Vorteile des Bloggens. Doch wenn Sie unschlüssig sind, ob ein Firmenblog das Richtige für Sie ist, dann wägen Sie ab. Welche Fragen Sie sich stellen und wovon Sie Ihre Entscheidung abhängig machen sollten – auch darauf gehe ich ein.

Warum ein Firmenblog eine gute Wahl ist

Kundenkommunikation

Wenn Sie ein Firmenblog starten, wenden Sie sich an Ihre Kunden. Das heißt für Sie: Sie sollten auf die Fragen und Interessen Ihrer Zielgruppe eingehen (nachlesen können Sie in meinem Beitrag Konzept gesucht?).

  • Mit interessanten Inhalten laden Sie Ihre Leser ein: Wer Ihr Blog besucht, darf sich informieren, stöbern und Sie besser kennenlernen.
  • Wenn Sie Kommentare zulassen, bieten Sie Ihren Lesern eine Kontaktplattform: Besucher Ihres Blogs können Position beziehen, Feedbacks geben oder Fragen stellen.
  • Auch mit „Teilen“-Buttons fordern Sie Ihre Leser zum Handeln auf: Wer Ihre Blogbeiträge spannend findet, wird sie auf Facebook, Twitter, XING oder anderen Social-Media-Kanälen teilen.

Referenzen und Marketing

Blogbeiträge eignen sich hervorragend, um in eigener Sache zu trommeln. Das heißt nicht, dass Sie sich selbst beweihräuchern und Ihre Produkte oder Dienstleistungen bewerben sollen – sondern dass Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen einbringen.

  • Mit Texten rund um Ihr Geschäftsfeld zeigen Sie, dass Sie sich auskennen: Sie präsentieren sich als Experte.
  • Sie sind sichtbarer. Und aus interessierten Lesern können Kunden werden: gerade dann ein Vorteil, wenn Sie Ihre Angebote vordergründig oder ausschließlich online vermarkten.
  • „Your home is your castle“: Wenn Sie auf Facebook oder andere Social-Media-Riesen setzen, machen Sie sich abhängig. Doch wenn Sie ein Firmenblog betreiben, behalten Sie die volle Kontrolle.
  • Sie können Ihre Blogbeiträge umgekehrt in sozialen Netzwerken teilen – und Leser von Facebook, Twitter, Pinterest oder XING auf Ihr Blog leiten.

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Ein Firmenblog hilft Ihnen bei der Suchmaschinenoptimierung: Sie werden etlichen SEO-Kriterien gerecht (welche Kriterien das sind, erfahren Sie unter Basiswissen SEO).

  • Blogbeiträge bieten Raum für unterschiedlichste und detaillierte Keywords. Sie können sich auf einzelne Aspekte Ihrer Angebote konzentrieren und damit genau die Leser anziehen, die nach diesen Details suchen. Anders als bei allgemeinen Keywords müssen Sie sich gegen weniger Konkurrenz durchsetzen.
  • Sie können in Ihren Texten auf weitere Blogbeiträge verweisen und interne Verlinkungen herstellen: Oft und gut verlinkte Texte setzen positive Ranking-Signale.
  • Interessante Blogbeiträge werden gern auf anderen Websites verlinkt: Wenn viele Links von außen auf Ihr Blog verweisen, stuft Google Ihre Website als „wichtig“ ein.

Wann ein Firmenblog eine gute Wahl ist

Ein Firmenblog lebt davon, Themen aus dem eigenen Geschäftsfeld aufzugreifen, über Branchenneuigkeiten zu berichten und nützliche Tipps zu geben. Und natürlich von Konzeption und Textredaktion. Ein Blog ist die richtige Wahl, wenn Sie

  • aus Ihrem Unternehmen und Ihren Angeboten viele (und immer wieder neue) Inhalte für Blogbeiträge entwickeln können.
  • bereit sind, Ihr Wissen zu teilen.
  • gern schreiben.
  • genug Zeit einplanen, um Texte zu schreiben, passende Bildmotive aufzustöbern, Texte und Bilder in Ihre Website einzupflegen – und Ihr Blog zu bewerben (beispielsweise via Social Media).
  • sich damit anfreunden können, Redaktion und Textarbeit bei fehlender Zeit an Mitarbeiter oder Profitexter weiterzugeben.
  • Geduld aufbringen, bis sich die ersten Abonnenten und Erfolge einstellen.
  • gern mit Ihren Lesern kommunizieren, aber auch souverän mit möglicher Kritik umgehen.

Wann Sie kein Firmenblog führen sollten

Corporate Blogs sind für Großkonzerne fast schon obligatorisch. Aber Freiberufler und Kleinunternehmer müssen nicht um jeden Preis bloggen. Im Zweifelsfall gilt: besser kein Firmenblog als lieblos gestaltete und kaum aktualisierte Blogseiten. Verzichten Sie, wenn Sie

  • ein Firmenblog lediglich als weitere Pflicht auf Ihrer To-do-Liste betrachten.
  • Blogarbeit nicht ebenso fest in Ihrem Zeitplan verankern wie Geschäftskorrespondenz, Kundengespräche oder Buchführung.
  • sich in Sachen Textredaktion schwertun.
  • nur bedingt Zeit finden, Redaktionelles aber auch nicht delegieren wollen.
  • mit Textern zusammenarbeiten möchten, aber kein Budget reservieren (dazu gehört auch ausreichend Zeit für Briefings und Rücksprachen).

Nicht zuletzt sollten Sie sich fragen, welche Rolle Online-Marketing für Sie spielt. Vielleicht nutzen Sie Ihre Website eher als virtuelle Visitenkarte: Gewinnen Sie Ihre Kunden vorwiegend durch Printwerbung, Messeauftritte oder Empfehlungen, müssen Sie nicht unbedingt Zeit und Energie in ein Firmenblog investieren.

Wenn Sie bloggen möchten, aber (noch) kein Konzept und wenig Zeit haben

Vielleicht haben Sie sich für ein Blog entschieden – und Ihnen fehlt ein zündendes Konzept. Vielleicht suchen Sie noch nach konkreten Textideen. Oder Sie wollen bloggen und befürchten, keine Zeit für mehrere Blogbeiträge pro Monat oder gar pro Woche zu finden. Keine Angst: In meinem Beitrag Konzept gesucht? Ideen und Inhalte für Ihr Firmenblog stelle ich unterschiedliche Formate vor. Und im dritten Teil meiner kleinen Serie wird es um Alternativen zum häufig und regelmäßig betexteten Firmenblog gehen (haben Sie Geduld bis zum 1. Oktober).

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