Aktualität ist Trumpf: Warum Sie Ihre Website aktuell halten sollten – und was für Inhalte und Websitetexte wichtig ist

Website aktuell halten: rotes Schild mit Aufschrift Website under Construction

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Ihre Website ist Ihre virtuelle Visitenkarte – und eine Dauerbaustelle. Sorry, aber das ist leider so. Ihre Besucher(innen) wünschen sich Informationen up to date, in Ihrem Unternehmen kann sich vieles ändern. Und auch das Zeitgeschehen kann aktuelle Hinweise notwendig machen. Wie Sie Ihre Website aktuell halten, an was Sie denken sollten – und wie Sie mit Ihrer ganz persönlichen Dauerbaustelle umgehen: Dafür habe ich eine ganze Reihe Tipps.

Ihre Website aktuell halten: Situationen, Settings, Praxistipps

Wie oft Änderungen an Ihrer Website nötig sind, kommt darauf an: auf Ihre Branche, Ihr Unternehmen und Ihre Inhalte. Dass Ihr Firmenblog neue Texte und Onlineshops regelmäßige Updates brauchen, ist klar. Und dass Sie Ihre Website aktualisieren sollten, sobald sich Ihre Angebote ändern, auch. Doch auch unter anderen Umständen brauchen Sie neue Informationen, neue Websitetexte und vielleicht Anpassungen in Ihrem Menü.

Fall 1: Sie gestalten Ihre allererste Website

Auf Ihrer Firmenwebsite geht es letztlich nicht um Ihr Unternehmen und Ihre Angebote: Es geht um Ihre Kunden. Wichtig ist, welche Wünsche und Probleme Ihre Zielgruppe mitbringt – und wie Sie am besten weiterhelfen können. Doch wenn Sie gerade erst gründen und Ihre erste Website gestalten, bleiben viele Dinge erst einmal theoretisch. Details werden sich erst nach und nach herauskristallisieren:

  • für welche Kunden Sie am liebsten arbeiten,
  • ob Sie Ihren Kundenkreis etwas weiter oder enger fassen als ursprünglich geplant,
  • was Sie Ihren Kundinnen und Kunden erklären sollten,
  • wie stark Sie sich spezialisieren und/oder ob Sie sich auf ganz bestimmte Angebote konzentrieren,
  • wie Sie interne Prozesse und Arbeitsabläufe optimieren oder
  • ob Sie Zeit für ein Blog oder einen Podcast haben.

Praxistipps

Hinterfragen Sie solche Dinge schrittweise. Für eine Spezialisierung in Ihrem Angebot oder für optimierte Prozessabläufe brauchen Sie sicherlich einige neue Informationen. Und gehen Sie auf Ihre (Wunsch-)Kunden ein:

        • Aktualisieren Sie nach und nach Ihre Leistungsseiten und gegebenenfalls Ihr Menü, Ihre Fotos oder Ihre Grafiken.
        • Überlegen Sie, welche Zusatzinformationen für Ihre Kunden interessant sind.
        • Sammeln Sie typische Fragen und Probleme Ihrer Kunden – und gehen Sie auf ihre Anliegen ein.
        • Passen Sie Ihre Formulierungen an Ihre Wunschkunden an: Achten Sie darauf, mit welchen Formulierungen Sie sie am besten erreichen (dazu unten mehr).

Fall 2: Ihre geschäftliche Ausrichtung ändert sich

Von Zeit zu Zeit eine Bestandsaufnahme machen: Das gilt nicht nur für Unternehmen, die gerade starten. Auch wenn Ihr Geschäft oder Ihr Betrieb schon einige Zeit bestehen oder wenn Sie schon länger als Dienstleister(in) arbeiten: Damit Sie Ihre Website aktuell halten, sollten Sie Ihre Angebote, Ihre Ausrichtung und Ihre Positionierung überprüfen.

  • Wofür stehen Sie?
  • Wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?
  • Was wollen Sie Ihren Kundinnen und Kunden mitgeben?
  • Kommunizieren Sie aktuelle Unternehmenswerte? Verarbeiten Sie zum Beispiel nicht mehr nur Bio-Lebensmittel, sondern Bio-Lebensmittel aus der Region?
  • Haben sich Grundlagen oder Rahmenbedingungen Ihrer Arbeit verändert?
  • Strukturieren Sie die Zusammenarbeit mit Ihren Kunden anders?
  • Bieten Sie neue Dienstleistungen an oder erneuern Sie Ihr Sortiment an? Stellen Sie umgekehrt gewisse Angebote ein?

Praxistipps

Neue (oder eingestellte) Leistungen gehören selbstverständlich sofort auf Ihre Website. Aktuell halten Sie Ihren Onlineauftritt, indem Sie im Falle neuer Angebote konkrete Fragen Ihrer Leserinnen und Leser aufgreifen. Darüber hinaus:

        • Achten Sie darauf, welche Änderungen rund um Ihre Arbeit aufschlussreich sind: Was Ihre Kunden unmittelbar betrifft, gehört ebenfalls auf Ihre Website.
        • Halten Sie neue Überlegungen zu Ihren (Unternehmens-)Werten fest: Was mittelfristig Bestand hat, sollten Sie kommunizieren.
        • Schauen Sie von Zeit zu Zeit auf Ihre Konkurrenten und überprüfen Sie Ihr(e) Alleinstellungsmerkmal(e): So können Sie Ihr Profil schärfen und Ihre Website aktuell halten.
        • Denken Sie nicht zuletzt an Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Falls Angestellte kündigen und/oder neue Teammitglieder hinzukommen, braucht Ihre Über-uns-Seite ein Update.

Fall 3: Neue Zielgruppen

Wenn Sie noch ganz am Anfang stehen, bleibt Ihre Zielgruppe zunächst theoretisch – und gewinnt erst mit der Zeit konkrete Gestalt. Doch wenn Sie bereits seit Längerem selbständig sind? Vielleicht konzentrieren Sie sich auf einen neuen Kundenkreis. Oder Sie richten Ihre Beratungsangebote nicht mehr an mittelständische Unternehmen, sondern an Gründer oder Soloselbständige. Um Ihre Website aktuell zu halten, sollten Sie darauf achten, mit welchen Themen oder Botschaften Sie Ihre neuen Zielgruppen erreichen:

  • Gründer oder Soloselbständige stellen sich anderen Herausforderungen als der Mittelstand.
  • Mompreneurs brauchen andere Tipps als Start-ups – und Digital Natives mitunter andere Informationen als Digital Immigrants.

Praxistipps

Schauen Sie auch hier, wie Ihre neue Zielgruppe tickt – und welche Inhalte und Erläuterungen für neue Käufer, Auftraggeber oder Klientinnen interessant sind. Daneben gehören natürlich auch Ihre Fotos und sonstiges Bildmaterial Ihrer Website auf den Prüfstand. Denken Sie außerdem an eine zielgruppengerechte Sprache:

        • Wenden Sie sich an ältere oder jüngere Menschen? Oder geht’s um generationsübergreifende Projekte?
        • Passen Ihre Tonalität und Ihr Stil zu Ihrer neuen (und gegebenenfalls auch zu Ihrer bisherigen) Zielgruppe?
        • Würden sich Ihre Kunden beispielsweise mit dem „Du“ wohlfühlen oder wäre das klassische „Sie“ besser?
        • Kennen sich Ihre Kunden gut (oder halbwegs) in Ihren Themen aus und könnten Sie Fachbegriffe anbieten? Oder müssten Sie die Dinge von Grund auf erklären?

Fall 4: Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Sie werden bei Google nicht von jetzt auf gleich auf Seite 1 landen. Außerdem reicht es nicht, wenn Sie sich ganz zu Anfang ein einziges Mal mit Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzen: SEO ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Fertig werden Sie damit letztlich nie:

  • Google und Co. ändern ab und an ihre Ranking-Kriterien. Daher sollten Sie Neuerungen berücksichtigen und Ihre Website aktuell halten.
  • SEO ist weit mehr, als Keywords einzusetzen. Dennoch brauchen Sie die richtigen Keywords: idealerweise Begriffe, die Ihre Kunden verwenden.
  • Hinterfragen Sie Ihre Keywords von Zeit zu Zeit – und denken Sie wiederum an die Absichten und an die Sprache Ihrer Kunden.
  • Auch Nutzerfreundlichkeit ist ein entscheidender Ranking-Faktor: Prüfen und optimieren Sie Ihre Website daher regelmäßig.

Praxistipps

Wenn Sie sich in die Fragen der Suchmaschinenoptimierung einarbeiten wollen, brauchen Sie Zeit und Geduld. Dennoch habe ich einige Grundsatztipps für Sie:

        • Neuerungen bei Google und Co. werden in zahlreichen SEO-Blogs thematisiert. Stellvertretend verweise ich auf die Plattform Sistrix und deren Übersicht über die aktuellsten Google-Updates.
        • Ihr Website-Ranking, weitere SEO-Kriterien und entsprechende Handlungsempfehlungen können Sie ebenfalls auf Sistrix oder auf Seobility prüfen.
        • Wenn Sie Keywords für Ihre Website sammeln: Gehen Sie von Ihren Leistungen aus und suchen Sie Wörter, Wortgruppen und Synonyme, die Ihre Angebote treffend beschreiben.
        • Achten Sie gleichfalls darauf, wie Ihre Kunden sprechen: wie sie sich am Telefon, im persönlichen Gespräch oder via E-Mail ausdrücken. Die Ausdrucksweisen Ihrer Kunden sind die besten Grundlagen, um vorteilhafte Keywords auszuwählen.
        • Welche Keywords letztendlich effektiv sind, können Sie anhand vieler Tools überprüfen: Tipps dazu finden Sie in meinem Beitrag Nützliche Helfer für die Keyword-Recherche.

Fall 5: Sie müssen auf aktuelle Gegebenheiten reagieren

Im März 2020 hat das Corona-Virus zum ersten von mehreren Lockdowns geführt. Geschäfte, Restaurants oder Friseursalons mussten schließen – doch auf etlichen Websites schien die Welt in bester Ordnung. Hinweise, ob Einzelhändler an Onlineshopping-Lösungen arbeiten und/oder auf „click and collect“ setzen? Oder ob Dienstleister auf Webinare oder sonstige Onlineangebote ausweichen? In vielen Fällen Fehlanzeige.

Kundinnen und Kunden wären konkrete Informationen entgegengekommen. Und die Websites betroffener Unternehmen hätten nicht wie aus der Zeit gefallen gewirkt. Doch neben Corona gab und gibt es weitere Situationen, in denen Sie Stellung beziehen und Ihre Website aktuell halten sollten. Zum Beispiel, wenn Sie

  • in der Reisebranche tätig sind und Reisewarnungen herausgegeben werden (vielleicht aufgrund von Unwettern oder Terrorgefahr),
  • Apothekerin oder Arzt sind und Medikamente zurückgerufen werden.
  • Einzelhändler sind und Produktwarnungen zirkulieren.

Praxistipps

Prüfen Sie, welche aktuellen Hinweise für Sie und Ihre Branche relevant sind – und reagieren Sie im Fall der Fälle kurzfristig. Halten Sie fest,

        • was Sie Ihren Kundinnen und Kunden empfehlen (in der Reisebranche könnten das Hinweise sein, wie Umbuchungen und Stornierungen funktionieren – und was Sie Reisenden vor Ort raten),
        • was Ihre Kunden tun oder beachten sollten,
        • ob Sie und Ihr Unternehmen konkrete Hilfe anbieten können.

Extratipp zum Schluss

Sofern es in Ihrem Unternehmen keinen akuten Handlungsbedarf gibt und keine neuen Angebote, neue Zielgruppen oder Herausforderungen der Suchmaschinenoptimierung dazwischenfunken: Nehmen Sie sich regelmäßig, aber mit etwas Abstand Zeit, um Ihre Website zu überprüfen. Ich empfehle einen Check einmal pro Jahr: So können Sie Fehler ausmerzen, Ihre Inhalte und Ihre Formulierungen anpassen – und Ihre Website aktuell halten.

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