„Geschäft ist Geschäft ist Geschäft ist Geschäft“: Synonyme verwenden oder auf Wiederholungen setzen?

Synonyme verwenden: historische Schreibmaschine mit eingespanntem Blatt, darauf ein rotes Fragezeichen

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Immer dieselben Wörter in Ihren Websitetexten, auf Ihren Flyern oder in Ihrer Firmenbroschüre? Ständige Wiederholungen sind so eine Sache. Verwenden Sie identische Wörter und/oder Formulierungen, nervt das schnell. Synonyme zu nutzen, ist ein Ausweg. Allerdings sind auch Synonyme nicht ganz ohne: Auch mit gleichen und ähnlichen Ersatzwörtern gehen Probleme einher.

Daher nehme ich mir die Vor- und Nachteile von Synonymen vor. Ich zeige Ihnen, wie Sie präzise, abwechslungsreich und geschickt formulieren – und wie Sie Ihren Angeboten und Ihrem persönlichen Stil gerecht werden. Los geht’s:

Synonyme verwenden: Das sind Ihre Vorteile

Synonyme sind Wörter mit vergleichbaren oder ähnlichen Bedeutungen. Hundertprozentige Gleichheit wird es nie geben: weil jedes Wort seine individuelle Bedeutung besitzt und durchaus unterschiedlich verstanden werden kann. Dennoch: Wenn Sie Synonyme verwenden, bringt Ihnen das sehr viel. Synonyme helfen Ihnen,

  • abwechslungsreicher zu formulieren und allzu viele Wiederholungen zu vermeiden – auch zwischen unterschiedlichen Wortarten („Unsere Berater beraten Sie zu allen Fragen …“, „Infolge der folgenden Gründe …“).
  • sich geschmeidiger auszudrücken und lesenswerter zu schreiben.
  • Ihre Texte zu präzisieren. Synonyme können konkreter und eindeutiger sein als Ihr Ursprungswort: beispielsweise, indem Sie statt „Fahrrad“ Alternativen wie „Trekkingrad“, „Mountainbike“, „Rennrad“, „Liegerad“ oder „E-Bike“ nutzen.
  • unpassende Formulierungen auszutauschen. Vielleicht greifen Sie in Ihren ersten Textentwürfen zu Wörtern, die nicht wirklich ins Konzept passen: Wenn Sie Synonyme verwenden, entschärfen Sie vage oder nichtssagende Textstellen.
  • Floskeln zu vermeiden: Begriffe, die man überall liest und die nicht sonderlich viel aussagen („innovativ“, „ausgezeichnet“, „höchstes Niveau“ …). Wenn Sie nach Synonymen suchen, finden Sie mit Sicherheit ausdrucksstärkere und originellere Wörter.
  • Ihr Unternehmen und/oder Ihre Angebote in der richtigen Farbe zu beleuchten: In Ihrer Wortwahl spiegelt sich Ihr Stil (locker, ernsthaft, vertrauenswürdig oder hip) – und es macht nun mal einen Unterschied, ob Sie über „Fahrräder“, „Bikes“, „Drahtesel“ oder „Zweiräder“ schreiben.

Synonyme verwenden: Diese Nachteile gibt es

Wenn Sie Synonyme querbeet einsetzen, können Probleme auftreten. Synonyme zu verwenden, ist immer dann schwierig, wenn Sie

  • allzu viele Ersatzwörter einfügen. Dann verlieren Ihre Leserinnen und Leser die Orientierung, um was es eigentlich geht: wenn Sie Ihr Bekleidungsgeschäft als „Boutique“, als „Modeladen“, als „Fashion-Store“ und dann wieder als „Designer-Outlet“ oder „Maßatelier“ bezeichnen. Dann schwingt immer eine andere Klangfarbe mit – und die Klarheit geht verloren.
  • Synonyme verwenden, die Wertungen enthalten. Wenn Sie sich als Inhaberin oder Inhaber eines Modegeschäfts gezielt an korpulente Menschen wenden, können Sie mit Adjektiven wie „mollig“, „füllig“, „üppig“ oder „vollschlank“ arbeiten. Oder mit Begriffen wie „dick“, „übergewichtig“, „fett“ und „adipös“: allesamt Synonyme, mit denen Sie sicherlich keine Kunden anziehen.
  • unpräzise formulieren. Synonyme können konkreter und genauer sein – aber sie können auch zu Missverständnissen führen. „Unsere Boutique erfreut Sie mit exklusiver Herbstmode. In unserem Maßatelier …“: Ein Maßatelier ist etwas anderes als eine Boutique. Besser geht’s mit „Unsere Boutique erfreut Sie mit exklusiver Herbstmode. In unserem Geschäft …“. Oder mit „Unsere Boutique erfreut Sie mit exklusiver Herbstmode. In unserem angeschlossenen Maßatelier fertigen wir individuelle Kleidungsstücke“.

Synonyme verwenden: Ihre persönliche Checkliste

Damit Sie Vor- und Nachteile von Synonymen abwägen können, fasse ich die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen. Diese Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Ist das Synonym im Kontext und in Ihrem Textzusammenhang sinnvoll?
  • Passt Ihr ausgewähltes Synonym zum Stil Ihres aktuellen Textes?
  • Besitzt das Synonym die richtige Bedeutung?
  • Verbessert das Synonym Ihren Satz?
  • Ist Ihr Synonym konkret und aussagekräftig?
  • Treten Unklarheiten oder Missverständnisse auf?
  • Enthält das Synonym Wertungen, die Sie gar nicht beabsichtigen?
  • Passt das Synonym zu Ihnen und Ihrer Firma: zu Ihren Angeboten, Ihren Kunden und Ihrer Corporate Language (sofern Sie eine haben)?

Praxistipps: So formulieren Sie am besten

Mit Synonymen formulieren Sie präzise und abwechslungsreicher. Aber Sie sollten auch Fallstricke vermeiden. Hier sind meine Formulierungstipps:

Unbekannte Synonyme?

Sie stoßen auf Synonyme, die Sie gar nicht kennen? Oder die Sie zwar kennen, aber nie benutzen würden? Dann sind das Wörter, die selten verwendet werden. Und die Ihre Leserinnen und Leser wahrscheinlich auch nicht kennen. Solche Synonyme verwenden Sie besser nicht. Streichen Sie Wörter, die nicht zur Standardsprache gehören: beispielsweise

  • „Brast“, „Fisimatenten“, „Pläsier“, „Singularetantum“,
  • „honett“ und „medioker“,
  • „radotieren“, „kujonieren“ oder „haselieren“.

Anders formulieren

Wenn Sie Wortwiederholungen vermeiden wollen und zu viele Synonyme verwenden, irritieren Sie Ihre Leser. So weit, so gut – doch Sie müssen nicht zu Wiederholungen oder Synonymen greifen. Es geht auch anders:

  • Nutzen Sie Pronomen: „Buchen Sie ein individuelles Coaching. Dies ist kein Problem“ statt „Buchen Sie ein individuelles Coaching. Ein individuelles Coaching ist kein Problem“.
  • Setzen Sie Personalpronomen ein: „Ich biete selbst entworfene Kleidung an“ statt „In meinem Modeatelier bekommen Sie selbst entworfene Kleidung“.
  • Verwenden Sie Artikel: „Wie viel ein Auftrag kostet, finden Sie mit unserem Preisrechner heraus. Das funktioniert ganz einfach“ statt „Wie viel ein Auftrag kostet, finden Sie mit unserem Preisrechner heraus. Unser Preisrechner lässt sich ganz einfach bedienen“.

Unnötige Wiederholungen vermeiden

Streichen Sie Wortwiederholungen, die gar nicht nötig sind. Ist aus dem Kontext bereits klar, worum es geht, brauchen Sie nicht alles haarklein zu erläutern:

  • „Kluge Unternehmenskommunikation ist unverzichtbar. Um eine effektive Methode zu entwickeln, sollten Sie sich einige Fragen stellen: Welche Botschaften und Kernaussagen sollen im Zentrum Ihrer Unternehmenskommunikation stehen? Welches Image wollen Sie durch Ihre Unternehmenskommunikation vermitteln? Welche Kommunikationskanäle wollen Sie nutzen?“

Mut zu Wortwiederholungen

Wiederholungen sind nicht grundsätzlich schlecht: weil sie für eine klare Linie sorgen, möglichen Missverständnissen vorbeugen – und weil Sie Wiederholungen als Stilmittel nutzen können. Wiederholen Sie einzelne Wörter oder ganze Wortgruppen, verleihen Sie Ihrem Text Rhythmus. Möglich sind

  • mehrere identische oder ähnliche Zwischenüberschriften: Beispiele finden Sie in meinen Beiträgen Keywords gekonnt einsetzen und Satzzeichen in der Briefanrede.
  • einige gleich beginnende Satzanfänge: „Wenn Sie Synonyme verwenden, formulieren Sie abwechslungsreicher. Wenn Sie Synonyme verwenden, drücken Sie sich präziser aus. Und wenn Sie Synonyme verwenden, können Sie die für Ihr Unternehmen passende Corporate Language unterstützen.“
  • Ähnlichkeiten bei Aufzählungen und vergleichbar formulierten Stichpunkttexten:
      • „Synonyme zu nutzen, bringt Abwechslung.
      • Synonyme zu nutzen, trägt zu präziseren Formulierungen bei.
      • Nicht zuletzt können Sie die Corporate Language Ihrer Firma unterstützen.“

Allerdings sollten Sie es nicht übertreiben: Zwei, drei und vielleicht auch vier Wiederholungen sind okay. Doch wiederholen Sie sich allzu oft, wirkt Ihr Text langweilig. Und Sie gehen Ihren Lesern auf die Nerven.

Passende Synonyme finden: Synonymwörterbücher

Bleibt nur noch eine Frage: Wo finden Sie Formulierungsalternativen? Im Netz natürlich: online nachschlagen, die richtigen Synonyme verwenden und bessere Werbetexte schreiben. Hier sind meine Favoriten.

Woxikon

OpenThesaurus

  • www.openthesaurus.de
  • Vorteile: zeigt neben Synonymen auch Assoziationen (inhaltlich weitläufiger) und sogenannte Teilwort-Treffer
  • Nachteil: weniger große Auswahl

Duden

  • www.duden.de/suchen/synonyme
  • Der Duden bietet Substantive, Verben oder Adjektive, die mit Ihrem gesuchten Wort in Verbindung stehen oder einen Wortbestandteil enthalten. Zu jedem Vorschlag gibt es zusätzliche Synonyme.
  • Nachteile: ist mit mehreren Klicks verbunden (zunächst zwischen „Wörterbuch“, „Synonyme“, „Grammatik“ und „Sprachwissen“, zwischen mehreren Treffer-Seiten und zu weiteren Synonymen) – daher durchaus unübersichtlich

Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)

  • www.dwds.de
  • Vorteile: bietet neben Synonymen Informationen zu Grammatik, Wortherkunft, typischen Wortverbindungen und Beispielformulierungen
  • Nachteile: weniger große Synonym-Auswahl, Sie müssen bis zu „Thesaurus“ scrollen

Wiktionary

  • de.wiktionary.org/wiki
  • Vorteile: Informationen zu Grammatik, Wortherkunft, Synonymen, sinnverwandten Wörtern und Unterbegriffen – und bisweilen auch zu Antonymen („Gegenwörter“)
  • Nachteile: keine große Synonym-Auswahl, Sie müssen erst zu „Synonyme“ scrollen

Wortschatz Leipzig

  • wortschatz.uni-leipzig.de
  • Das Wortschatz-Portal der Universität Leipzig sucht innerhalb deutscher Zeitungstexte. Sie erhalten einige grammatische Informationen, charakteristische Verbindungen, Beispielformulierungen, Synonyme, Bedeutungsgruppen und Wörter, die zusammen mit Ihrem gesuchten Wort auftreten.
  • Nachteil: Sie müssen die vorgeschlagenen Synonyme erst suchen.

Nicht zuletzt …

… bieten auch Textverarbeitungsprogramme wie Word Synonyme und/oder Wörterlisten an. Darüber hinaus können Sie sich eine eigene Liste mit passenden Synonymen anlegen. Sammeln Sie Ausdrucksformen, die zu Ihrem Unternehmen, Ihrem Sprachstil und Ihren Inhalten passen: Wenn Sie auf einen festen Bestand zurückgreifen können, hilft Ihnen das bei abwechslungsreicheren Formulierungen.

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