Stilvolle Trennungsarbeit: Die Grußformel im Geschäftsbrief

Grußformeln im Geschäftsbrief: Notizblock, Stift und Brille auf Holztisch

© Engin Akyurt | pixabay.com

Wie verabschieden Sie sich in E-Mails und in Ihren Anschreiben? Bleiben Sie förmlich, geben Sie sich persönlich und gehen Sie auf die Empfänger Ihrer Post ein? Oder formulieren Sie vielleicht viel zu locker? Mein Überblick über passende und unpassende Grußformeln im Geschäftsbrief zeigt Ihnen, wie Sie sich stilvoll verabschieden.

Klassische Grußformeln

„Mit freundlichen Grüßen (…)“ oder „Mit freundlichem Gruß (…)“: Mit solchen Grüßen machen Sie nichts falsch. Vor allem, wenn Sie Ihren Adressaten zum ersten Mal schreiben. Oder wenn Sie in einer konservativen Branche arbeiten: als Finanzspezialistin, Anwalt oder Versicherungsexperte. Doch selbst hier können Sie variieren – und eine der folgenden Formulierungen nutzen.

„Freundliche Grüße (…)“: Auch diese Grußformel wirkt sachlich und seriös – aber weniger steif und viel ansprechender als „Mit freundlichen Grüßen“. Geeignet ist sie immer: für alle Branchen, für den ersten Kontakt und ebenso für regelmäßige Geschäftskorrespondenz.

Grußformeln mit individuellem oder saisonalem Bezug

„Freundliche Grüße nach Nürnberg (…)“ oder „Mit freundlichen Grüßen nach Rostock (…)“: Mit dem Wohn- oder Arbeitsort Ihrer Adressaten stellen Sie eine persönliche Verbindung her. Ihre Grüße klingen lockerer und sympathischer: Die Empfänger Ihrer Mails oder Geschäftsbriefe merken, dass Sie keine Standardformeln eingefügt haben.

„Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende (…)“ oder „Einen produktiven Start in die neue Woche wünscht (…)“: Diese beiden Grußformeln punkten mit individuellen Bezügen – wenn Sie E-Mails am Freitag, übers Wochenende oder am Montagmorgen verschicken. Auch hier sehen Ihre Adressaten, dass Sie keine Floskeln verwenden. Nutzen Sie beim allerersten Anschreiben ruhig noch eine klassische Grußformel. Doch bei regelmäßiger Korrespondenz sind Grüße mit zeitlichem Bezug eine gute Wahl.

„Freundliche Grüße und einen schönen Urlaub (…)“: Auch mit dieser Grußformel machen Sie Ihr Schreiben individuell. Wenn Sie wissen, dass sich der Empfänger Ihrer Nachricht demnächst in den Urlaub verabschiedet, dann kennen Sie sich bereits: gut genug, um Ihrer Geschäftspost eine persönliche Note zu verleihen.

„Frohe Ostern wünscht Ihnen (…)“ oder „Freundliche Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit (…)“: Bezüge auf Feiertage klingen ebenfalls individuell und wertschätzend. Ihre Adressaten bekommen keinen Standardgruß vorgesetzt – und Anspielungen auf Feiertage passen auch dann, wenn Sie in einer konservativen Branche arbeiten. Oder wenn Sie die Empfänger Ihrer Post (noch) nicht so gut kennen.

Vertraute Grüße

„Liebe Grüße (…)“: Beim ersten Kontakt ist diese Variante tabu. Eine solche Grußformel wirkt in der ersten Mail oder im ersten Brief distanzlos und übergriffig. Nutzen Sie „Liebe Grüße“ nur, wenn Sie Ihr Gegenüber sehr gut kennen: wenn sich eine gewisse Vertrautheit eingestellt hat.

„Herzliche Grüße (…)“ oder „Es grüßt Sie herzlich (…)“: Auch bei diesen Grüßen sollten Sie Ihre Adressaten besser und/oder persönlich kennen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Post zu besonderen Anlässen – beispielsweise geschäftliche Geburtstagsgrüße oder Weihnachtsgrüße. Hier können Sie herzlichere Töne anschlagen: „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Freundliche Grüße“ klingen viel zu technisch.

Problematische Grußformeln

„Viele Grüße (…)“: Hier grüßen Sie lockerer als mit „Freundlichen Grüßen“. Dennoch bleibt Ihre Schlussformel irgendwie nichtssagend: weder wirklich förmlich noch wirklich persönlich. Nutzen Sie „Viele Grüße“ besser nur, wenn Sie die Empfänger Ihrer Mails oder Geschäftsbriefe kennen: wenn Sie sich regelmäßig austauschen und wenn sich ein salopper Ton eingestellt hat.

„Beste Grüße (…)“ oder „Mit besten Grüßen (…)“: Beide Schlussformeln sind weniger förmlich als „Freundliche Grüße“ und nicht ganz so intim wie „Liebe Grüße“ oder „Herzliche Grüße“. Ein guter Mittelweg, wäre da nicht der Superlativ. „Beste“ kann übertrieben und nicht besonders ehrlich wirken: Ich rate daher zu „Freundlichen Grüßen“ mit persönlichen oder saisonalen Bezügen (siehe oben).

Unpassende Grüße

„Herzlichst (…)“: Die Grußformel „Herzlichst“ wirkt überzogen. Bleiben Sie besser bei „Herzliche Grüße“: wenn Sie persönlich formulieren wollen und wenn Sie ein vertrautes Verhältnis zu Ihren Adressaten pflegen.

„Hochachtungsvoll (…)“: Diese veraltete Formel sollten Sie aus Ihrem Repertoire streichen. Auch dieser Gruß wirkt übertrieben – und unehrlich. Etliche Empfänger Ihrer Geschäftsbriefe dürften sich verschaukelt fühlen.

„Schöne Grüße (…)“: Verzichten Sie ebenfalls auf „Schöne Grüße“. Denn mit „schön“ loben Sie Ihre Grüße und damit sich selbst. Rücken Sie stattdessen Ihre Adressaten in den Mittelpunkt. „Freundliche Grüße nach Berlin“, „Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende“ oder von Fall zu Fall auch „Herzliche Grüße“: Das alles eignet sich sehr viel besser.

„MfG (…)“ oder „LG“: Auch so verabschieden Sie sich bitte nicht. Mit Abkürzungen zeigen Sie nur, dass Sie Ihre Mails oder Geschäftsbriefe hastig heruntergeschrieben haben. Nehmen Sie sich die Zeit für „Freundliche Grüße“ oder gerne auch für „Liebe Grüße“.

Nicht zuletzt …

Gar keine Grußformel zu verwenden, ist kein guter Stil. Eine Verabschiedung gehört in jede E-Mail und in jeden Geschäftsbrief. Allerdings können Sie variieren. Bleiben Sie anfangs noch bei „Freundliche Grüße“ – und wechseln Sie später vielleicht zu „Herzliche Grüße“ oder „Es grüßt Sie herzlich (…)“.

Eine weitere Möglichkeit: Spiegeln Sie die Grußformeln Ihrer Briefpartner. Wenn Sie auf Mails oder Anschreiben reagieren, dann greifen Sie einfach den Gruß auf, mit dem Sie selbst verabschiedet wurden.

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