Bitte keine Rechtschreibfehler: Tipps für Ihre (geschäftliche) Weihnachtspost

Rechtschreibtipps geschäftliche Weihnachtspost: Holztisch, darauf zwei rote Christbaumkugeln und eine beige Geschenketüte mit einem roten Elch und der Aufschrift "Frohes Fest"

© Markus Spiske │ unsplash.com

Wann verschicken Sie Ihre geschäftliche Weihnachtspost? Zu Beginn der Adventszeit oder Mitte Dezember? Etwa eine Woche vor dem Fest – damit die Empfänger(innen) Ihre Karten noch vor ihrem Weihnachtsurlaub lesen können? Oder erst auf den letzten Drücker?

Wie auch immer: Rechtschreibfehler sollten Sie nicht mit auf die Reise schicken. Weil falsche Rechtschreibung einen schlechten Eindruck macht: Das wollen Sie ganz bestimmt nicht. Daher stelle ich die häufigsten Fehler zusammen – und ich zeige Ihnen, wie Sie Ihre geschäftlichen Weihnachtsgrüße korrekt formulieren.

Groß oder klein? „Frohes Fest“, „Schöne Weihnachten“ oder „Eine besinnliche Weihnachtszeit“

Adjektive wie „froh“, „fröhlich“, „friedlich“, „besinnlich“ und „schön“ werden großgeschrieben: zumindest bei den Aufschriften handelsüblicher Weihnachtskarten. Hier ist das vollkommen korrekt. Und auch Sie schreiben solche Adjektive zu Beginn sogenannter freistehender Zeilen groß: beispielsweise zu Beginn einer Überschrift oder einer Zwischenüberschrift, wenn Sie einen längeren Weihnachtsnewsletter an Ihre Kundinnen und Kunden verschicken. Und natürlich immer am Satzanfang:

  • „Fröhliche Feiertage und alles Gute im neuen Jahr!“,
  • „Frohe Weihnachten wünschen wir Ihnen“,
  • „Schöne Weihnachten für Sie und Ihre Belegschaft übermittelt Ihnen …“.

Setzen Sie Adjektive wie „froh“, „fröhlich“ oder „schön“ jedoch mitten im Satz ein, müssen Sie kleinschreiben:

  • „Ein schönes Weihnachtsfest für Sie und Ihre Belegschaft …“,
  • „Wir wünschen Ihnen fröhliche Weihnachten“,
  • „Wir wünschen nicht nur frohe Weihnachten, sondern auch alles Gute im neuen Jahr“.

24. Dezember: „Heiligabend“ oder „Heiliger Abend“

Falls Sie in Ihrer Weihnachtspost auf den 24. Dezember Bezug nehmen und diesen Tag als „Heiligabend“ bezeichnen, haben Sie die Wahl: Richtig ist

  • „Heiligabend“ und
  • „Heiliger Abend“.

Falsch sind dagegen die Formulierungen „Heilig Abend“ und „heiliger Abend“. „Heiligabend“ schreiben Sie entweder ohne Leerzeichen – oder Sie hängen ein „er“ an „heilig“ an. Entscheiden Sie sich für letztere Variante mit Leerzeichen, beginnen Sie „Heiliger Abend“ außerdem mit einem Großbuchstaben: und zwar immer.

Sylvester Silvester!

Der letzte Tag des Jahres ist der Gedenktag des Papstes Silvester (verstorben im Jahr 335). Dieser Tag ist weder nach dem Trickfilmkater Sylvester noch nach den Schauspielern Sylvester Stallone oder Sylvester Groth benannt.
Allerdings schreibt man den 31. Dezember in etlichen europäischen Ländern mit „y“:

  • „Saint-Sylvestre“ in Frankreich oder
  • „Sylwester“ in Polen.

Auch das mag dazu beitragen, dass die Party am Jahresende an allen Ecken und Enden als „Sylvester“ bezeichnet wird: Sollten Sie in Ihrer geschäftlichen Weihnachtspost den Jahreswechsel ansprechen, liegen Sie mit „Happy Sylvester“ falsch: Korrekt ist „Happy Silvester“!

Klein und groß: „Ein erfolgreiches neues Jahr“ und „Ein erfolgreiches Neues Jahr“

Eines vorweg: 2017 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung neben der bislang gültigen Variante „im neuen Jahr“ auch die Großschreibung „im Neuen Jahr“ als richtig anerkannt. Zuvor war die Großschreibung lediglich dem Feiertag Neujahr und dem Toast „Prosit Neujahr“ vorbehalten. Auch der Duden hat die Richtlinien des Rechtschreibrats aufgenommen, sodass alle folgenden Schreibweisen richtig sind:

  • „Ein erfolgreiches neues Jahr“,
  • „Ein erfolgreiches Neues Jahr“,
  • „Ich wünsche Ihnen ein gesundes neues Jahr“ oder
  • „Wir übermitteln die besten Wünsche und viel Erfolg im Neuen Jahr“.

Allerdings: Im Grunde gilt für Ihre Neujahrswünsche Ähnliches wie für „fröhliche Weihnachten“ oder „ein frohes Fest“. „Neu“ ist ein ganz normales Adjektiv und „neues Jahr“ kein Feiertagsname wie etwa „Heiliger Abend“ oder „Neujahr“.

Sofern Sie „Neues Jahr“ nicht gerade am Satzanfang einfügen, sollten Sie kleinschreiben: weil Sie in anderen Zusammenhängen sicherlich auch kaum „Angesichts unserer Sortimentsumstellung im Neuen Geschäftsjahr …“ schreiben würden – und weil selbst der Duden Formulierungen wie „zum neuen Jahr Glück wünschen“ empfiehlt.

Die Sache mit der Zeichensetzung

„Gesundes neues Jahr“ statt „gesundes, neues Jahr“

Formulierungen wie „Wir wünschen ein gesundes neues Jahr“ oder „Ich freue mich auf ein erfolgreiches neues Jahr“ kommen ohne Kommas aus. „Gesund“ oder „erfolgreich“ präzisieren das folgende Adjektiv „neu“. Daher liegt keine Aufzählung gleichrangiger – und deshalb mit Komma zu trennender – Eigenschaften vor: Sie liegen falsch, wenn Sie „Wir wünschen ein gesundes, neues Jahr“ oder „Ich freue mich auf ein erfolgreiches, neues Jahr“ schreiben.

„Guten Rutsch ins neue Jahr“ statt „guten Rutsch in’s neue Jahr“

Auch die Präposition „in“ ist ungemein fehleranfällig: immer dann, wenn Sie die Präposition „in“ mit dem Artikel „das“ verbinden. Gehören Sie zu den Menschen, die bei Formulierungen wie „einen guten Rutsch ins neue Jahr“ einen Apostroph setzen würden? Dann liegen Sie falsch. „In das“ verschmilzt zu „ins“: Ihre Silvester- und Neujahrswünsche sollten also auf keinen Fall zu einem „guten Rutsch in’s neue Jahr“ werden.

Sie duzen Ihre Adressatinnen und Adressaten …?

Zum Schluss ein Hinweis, falls Sie die Empfänger Ihrer geschäftlichen Weihnachtspost duzen: vielleicht, weil Sie mit einigen Ihrer Kundinnen und Kunden per Du sind – oder weil Sie sich grundsätzlich für das Du entschieden haben. Duzen Sie Ihre Adressaten, können Sie Pronomen wie „du“, „dein“ oder „dir“ wahlweise klein- oder großschreiben. Diese Wahl haben Sie immer dann, wenn es sich um persönliche Nachrichten handelt:

  • in Ihren Weihnachtsgrüßen,
  • in Briefen,
  • in E-Mails,
  • auf Postkarten oder
  • Notizzetteln.

Im Falle einer persönlichen Leseransprache klein oder groß – in allen anderen Fällen aber stets klein: Sie schreiben „du“, „dein“ oder „dir“ immer klein, wenn Sie sich an eine breitere Masse richten – zum Beispiel auf Ihrer Website oder auf Ihrem Firmenflyer, in Ihrem Newsletter oder in Ihren Social-Media-Postings.

Last but not least: „Dreikönigstag“ und die „Heiligen Drei Könige“

Die Weihnachtszeit endet (eigentlich) erst am 6. Januar: am Dreikönigstag oder am Fest der Heiligen Drei Könige. Vielleicht erwähnen Sie diesen Feiertag in Ihrer geschäftlichen Weihnachtspost: wenn Ihre Adressaten Katholiken sind oder wenn sie in Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt wohnen. Dann gilt: Zusammensetzungen wie

  • „Dreikönigstag“,
  • „Dreikönigsfest“ oder
  • „Dreikönigssingen“

schreiben Sie in einem Wort: aufgrund des Fugen-S immer ohne Bindestrich. Ähnliches gilt für die Kurzwörter „Dreikönig“ oder „Dreikönige“: vielleicht in Formulierungen wie „zum Feiertag Dreikönig(e) …“.

Doch wenn Sie Kaspar, Melchior und Balthasar – die drei Weisen aus dem Morgenland – als die „Heiligen Drei Könige“ bezeichnen, sieht es anders aus. Hier schreiben Sie getrennt und alle drei Wörter groß: weil es sich um einen mehrteiligen (Eigen-)Namen handelt.

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