„Geschäft ist Geschäft ist Geschäft ist Geschäft“: Drei Tipps für Abwechslung und ein guter Grund für Wortwiederholungen beim Texten

Synonyme und Wiederholungen im Werbetext: Notebook, Notizbuch, Brille und Stift auf Schreibtisch

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Kennen Sie das? Dass Sie bestimmte Substantive immer wieder verwenden und Ihnen diese Wiederholungen selbst auf die Nerven gehen? Einige Tricks helfen Ihnen, sich vielseitiger auszudrücken: Synonyme, ganz andere Formulierungen und der Mut zum Rotstift. Doch manchmal machen auch Wortwiederholungen Sinn. Wie Sie Abwechslung in Ihre Werbetexte hineinbekommen und wann Wiederholungen eine gute Wahl sind? Meine vier Tipps helfen Ihnen weiter.

Tipp 1: Abwechslung durch Synonyme

Für jeden Begriff gibt es Synonyme: Alternativen, die das Gleiche oder etwas Ähnliches bedeuten. Nachschlagen können Sie in Synonymwörterbüchern wie openthesaurus.de und Woxikon:

  • Ein Restaurant kann ein Gasthof, ein Gasthaus oder eine Gastwirtschaft, ein Bistro oder eine Brasserie, ein Pub oder ein Sterne-Lokal sein.
  • Ein Bekleidungsgeschäft kann ein Modeladen, eine Boutique oder ein Fashion-Store, ein Designer-Outlet oder ein Modeatelier sein.
  • Ihren PC-Service könnten Sie als „Computer-Shop“ oder „Notebook-Station“, als „Reparatur-Service“ und als „PC- und Notebook-Werkstatt“ bezeichnen.

Diese Fülle wird zum Problem. Angenommen, Sie beschreiben Ihr Restaurant als „Restaurant“ und dann wieder als „Gasthaus“, als „Bistro“ und zwei Sätze später als „Pub“: Dann verwirren Sie Ihre Leser. Denn bei Synonymen schwingt immer eine andere Klangfarbe mit. Ein Gasthaus ist etwas anderes als ein Bistro oder ein Pub. Und ein Modeatelier ist etwas anderes ein Designer-Outlet.

Wählen Sie daher Begriffe aus, die am besten zu Ihrem Geschäft und Ihren Angeboten passen. Hier sollte auch die Sprache Ihrer Zielgruppe und Ihr eigener Tone of Voice hineinspielen: „Pub“ klingt hipper als „Kneipe“, „Notebook-Station“ richtet sich gezielt an die Besitzer mobiler Geräte – während „Computer-Shop“ eine ganze Bandbreite an Angeboten zusammenfasst.

Beschränken Sie sich außerdem auf ein Hauptwort und einen weiteren Begriff. Je mehr Synonyme, desto eher verlieren Ihre Leser aus den Augen, worum es eigentlich geht: Der ganz spezielle Charakter Ihres Unternehmens, Ihrer Dienstleistungen oder Ihrer Produkte geht verloren. Weil ein Gasthof nun mal kein Bistro und auch kein Pub ist. Und ein Modeatelier etwas anderes als ein Designer-Outlet.

Tipp 2: Abwechslung durch alternative Formulierungen

Sie müssen nicht unbedingt Synonyme einsetzen. Sie können genauso gut Stellvertreter-Formulierungen nutzen. Dazu gehören Pronomen und Artikel:

  • „Bei mir bekommen Sie selbst entworfene Kleidung“ statt „In meinem Modeatelier erhalten Sie selbst entworfene Kleidung“.
  • „Wählen Sie ein individuelles Design. Dies ist kein Problem“ statt „Wählen Sie ein individuelles Design. Ein persönliches Design ist kein Problem“.
  • „Wie viel Ihre neuen Fenster kosten, finden Sie mit unserem Fensterpreisrechner heraus. Das funktioniert ganz einfach“ statt „Wie viel Ihre neuen Fenster kosten, finden Sie mit unserem Fensterpreisrechner heraus. Unser Fensterpreisrechner lässt sich ganz einfach bedienen“.

Tipp 3: Wiederholungen gezielt kürzen

Wenn Sie Blogbeiträge oder ein E-Book schreiben, können Sie etwas ausholen. Sie müssen nicht so prägnant wie auf Ihrer Website oder in Ihren Firmenflyern formulieren. Daher können sich unnötige Wiederholungen einschleichen: immer dann, wenn Ihre Leser aus dem Kontext bereits wissen, wovon Sie sprechen. Sie brauchen nicht alles haarklein zu erläutern und sollten überflüssige Wiederholungen streichen:

  • „Kluge Unternehmenskommunikation ist unverzichtbar. Um eine effektive Methode zu entwickeln, sollten Sie sich einige Fragen stellen: Welche Botschaften und Kernaussagen sollen im Zentrum Ihrer Unternehmenskommunikation stehen? Welches Image wollen Sie durch Ihre Unternehmenskommunikation vermitteln? Welche Kommunikationskanäle wollen Sie nutzen?“
  • „Vielen Arbeitnehmern ist die Work-Life-Balance wichtig. Auch Unternehmen liegt daran, ihren Mitarbeitern eine solche Balance zu ermöglichen. Arbeitgeber profitieren durch Work-Life-Balance von hoher Mitarbeiterzufriedenheit.“

Tipp 4: Die Dinge beim Namen nennen

Wenn Sie regelmäßig in meinem Blog mitlesen, wissen Sie, dass ich zu einfachen und verständlichen Formulierungen rate: unter anderem zum guten alten Deutsch statt zu Fremdwörtern. Das funktioniert jedoch nicht immer. Für manche Fachbegriffe gibt es einfach keine gängige deutsche Bezeichnung. Oder Sie schreiben über Nischenthemen und müssen auf spezielles Vokabular zurückgreifen.

Im Falle unvertrauter und seltener Wörter irritieren Synonyme (siehe oben) noch stärker als bei Alltagsbegriffen. Geben Sie Ihren Lesern die Chance, sich an solche unvertrauten oder seltenen Wörter zu gewöhnen:

  • Vielleicht bloggen Sie über Alternative Investmentfonds. Sie könnten stattdessen auch „Alternative zu herkömmlichen Fonds“, „geschlossene Fonds“ oder „Fonds, die nicht börsenabhängig sind“ nutzen.
  • Oder Sie schreiben über die Kryptowährung SolarCoin. Mögliche Umschreibungen wären „digitale Währung für Solarstromerzeuger“ oder „Kryptowährung für Solarstromproduzenten“.

Natürlich sollten Sie erklären, was SolarCoins oder Alternative Investmentfonds sind. Bleiben Sie sonst jedoch bei den jeweiligen Fachbegriffen und nehmen Sie mögliche Wiederholungen in Kauf: Wenn Sie verwirrende Synonyme verwenden, verlieren Ihre Leser die Orientierung.

Extratipp zum Schluss

Exzessive Wortwiederholungen spielen für die Suchmaschinenoptimierung übrigens keine Rolle mehr. Sie brauchen Begriffe, mit denen Sie bei Google ranken wollen, nicht stets und ständig zu wiederholen. Die optimale Keyword-Dichte tendiert seit Jahren nach unten: Begriffe wie „Modeatelier“, „Work-Life-Balance“ oder „Alternative Investmentfonds“ ein, zwei Mal pro hundert Wörter unterzubringen, reicht aus. Achten Sie lieber darauf, leserfreundlich zu formulieren. Mit guten Texten halten Sie interessierte Kunden auf Ihrer Website – und auch das wird von Google belohnt.

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