Satzzeichen nach Stichpunkten: Kleiner Crashkurs in Sachen Kommas, Satzpunkte und Co

Satzzeichen nach Stichpunkten: Tipps für die korrekte Zeichensetzung nach Aufzählungen. Motiv Schreibmaschine mit eingespanntem Papier

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Stichpunkte sorgen für Übersichtlichkeit. Sie strukturieren Websites, Blogbeiträge, Flyer oder Broschüren – doch bei der Zeichensetzung werden immer wieder Fehler gemacht. Dabei gelten dieselben Regeln wie für alle anderen Texte auch. Stichpunkte sind Aufzählungen. Daher

  • erhalten Stichpunkte alle notwendigen Satzbinnenzeichen: Doppelpunkte, Kommas, Gedankenstriche oder Klammern,
  • schließen die einzelnen Stichpunkte mit Kommas oder Semikolons,
  • steht hinter dem letzten Stichpunkt ein Schlusspunkt.

Variante 1: Stichpunkte als Teile eines Satzes

Vervollständigen Stichpunkte einen vorab begonnenen Satz, gehören Kommas (oder Semikolons) und Schlusspunkte ans Stichpunktende: wenn Sie zwei oder drei Sätze schreiben und den Text in einer Aufzählung auslaufen lassen. In diesem Fall

  • kann nach dem einleitenden Satzteil ein Komma notwendig sein. Prüfen Sie, ob Sie einen Haupt- oder Nebensatz formulieren – und ob Ihre Stichpunkte als Nebensätze oder erweiterte (sogenannte satzwertige) Infinitivgruppen anschließen.
  • müssen die Stichpunkte den einleitenden Satz sinnvoll abrunden: Bauen Sie Ihre Formulierungen grammatisch gleich auf und kontrollieren Sie, ob sich ein korrekter Satz ergibt.
  • dürfen Sie bei längeren Stichpunkten anstelle der schließenden Kommas Semikolons setzen: Durch Semikolons gestalten Sie Ihren Text übersichtlicher – vor allem dann, wenn Ihre Stichpunkttexte bereits „intern“ gliedernde Kommas enthalten.
  • können Sie auch Satzpunkte anhängen. Wenn Sie (wie ich in dieser Aufzählung) einen zweiten Satz einfügen, sollten Sie zur besseren Gliederung Schlusspunkte setzen.

Variante 2: Stichpunkte als kolumnenartige Aufzählungen

Kommas nach den Stichpunkttexten und ein Satzpunkt nach dem letzten Stichpunkt: Das gilt im Grunde auch für sogenannte kolumnenartige Aufzählungen. Diese Art der Aufzählung folgt vornehmlich nach Überschriften oder Ankündigungen wie „Unsere Angebote“, „Unsere Tarife“ oder „Neu im Sortiment“. Schließende Satzzeichen dürfen jedoch fehlen. Beispielsweise bei

Unsere Angebote:

Tablets(,)
Smartphones(,)
Zubehör(.)

Geht es um Übersichtlichkeit, verzichten Sie am besten auf Satzzeichen nach dem Stichpunkttext: Auf Werbepostkarten, auf Plakaten oder in Anzeigen würden Kommas und Punkte stören.

Schreiben Sie hingegen ganze Sätze, müssen Sie Schlusspunkte setzen. Unter anderem bei

Unser Rahmenprogramm:

Die Direktorin informiert über den Jahresabschluss.
• Der Geschäftsführer lädt zum Betriebsrundgang ein.

Extratipp zum Schluss

Verwirren Sie Ihre Leser nicht mit unterschiedlichen Stichpunkt- und Zeichensetzungsvarianten. Verwenden Sie in jedem Text nur eine Art von Stichpunkten: entweder kolumnenartige Aufzählungen ohne Satzzeichen – oder Stichpunkte, die Sätze vervollständigen und bei denen schließende Kommas, Semikolons oder Satzpunkte nötig sind. Wenn Sie sich für die letztere Option entscheiden, sind natürlich auch kolumnenartig aufgezählte und mit Schlusspunkten versehene Ganzsätze möglich.

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