Tipps für gute Websitetexte? Warum Sie manche Regeln über Bord werfen dürfen

Tipps für gute Websitetexte; Motiv Schreibtisch mit Macbook und Brille

© Daniel Nanescu | splitshire.com

Gute Websitetexte bestechen durch klare Strukturen: Sie kommen dem oberflächlichen Lesen am Bildschirm entgegen. Wer fürs Netz schreibt, sollte einige Regeln beachten. Doch Sie tun sich und Ihrer Website keinen Gefallen, wenn Sie gängigen Empfehlungen sklavisch folgen. Etliche Ratgeberseiten erklären, wie Sie perfekte Texte hinbekommen: indem Sie

  • kurze und einfache Sätze schreiben,
  • Adjektive streichen,
  • auf Passivkonstruktionen verzichten,
  • keine Modalverben wie „können“, „wollen“ und „sollen“ verwenden,
  • bloß keine Füllwörter benutzen.

Natürlich sollten Sie auf Satzlängen, Passivkonstruktionen, unnötige Modalverben und nichtssagende Füllwörter achten. Schauen Sie jedoch, was Ihre Websitetexte brauchen. Blogbeiträge können blumiger daherkommen als Überblicksdarstellungen, Essays oder Glossen dürfen sprachliche Schleifen ziehen.

Kurze Sätze?

Fünfzehn Wörter, zwölf Wörter oder auch nur zehn Wörter: Die Vorgaben für die optimale Satzlänge schwanken. Doch schreiben Sie durchgängig kurz und knapp, hetzen Sie Ihre Leser durch den Text. Schließen Sie also an zwei (oder drei) überschaubare Sätze eine längere, um Nebensätze oder Einschübe ergänzte Formulierung an. Grundsätzlich gilt: Beginnen Sie einen neuen Gedanken, dann beginnen Sie auch einen neuen Satz.

Adjektive?

Adjektive illustrieren – und Produktbeschreibungen oder Werbebriefe brauchen mehr als nüchterne Fakten. Formulierungen wie „rotbraune Lederpumps: für stilsichere Auftritte“ sorgen für Kopfkino. Bieten Adjektive jedoch keinerlei Mehrwert, dann kürzen Sie: bei Phrasen wie „nützliche Tipps“, „warme Daunenjacken“, oder „seltene Einzelstücke“.

Passivkonstruktionen?

Websitetexte mit vielen Passivsätzen wirken schwerfällig und distanziert. Doch sparsam verwendete Passivkonstruktionen setzen neue Akzente. Schreiben Sie „Ihre Wünsche werden bei der Herstellung berücksichtigt“, betonen Sie die Interessen Ihrer Kunden. Schreiben Sie hingegen „Wir berücksichtigen Ihre Wünsche“, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf sich und Ihre Firma: Sprechen Sie ständig von sich selbst, kommt die Leserperspektive zu kurz.

Modalverben?

Modalverben können Ihren Aussagen einen unsicheren Ton verleihen. Bei „Wir wollen Ihnen unsere Sonderangebote vorstellen“ zum Beispiel: „Wir stellen Ihnen unsere Sonderangebote vor“ klingt weitaus selbstbewusster. Anderswo sind Modalverben unverzichtbar. Vielleicht haben Sie es gerade bemerkt. Mein Satz „Modalverben können Ihren Aussagen einen unsicheren Ton verleihen“ weist notwendigerweise auf eine Möglichkeit hin. Diese Formulierung gehört zu Recht in meinen Text.

Füllwörter?

Viele Füllwörter relativieren. „Gute Websitetexte bestechen unter anderem durch klare Strukturen“: Lesen Sie diesen Satz ohne „unter anderem“, lesen Sie eine prägnantere Aussage. Füllwörter können jedoch auch hervorheben, abwägen und gegenüberstellen. Streichen Sie „jedoch auch“ aus meinem letzten Satz, fehlt der Bezug zum vorher Geschriebenen. Prüfen Sie daher stets im Einzelfall, welche Füllwörter Ihrem Text dienen und welche nicht – und schreiben Sie mit Augenmaß.

Das könnte Sie auch interessieren

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

error: Content is protected !!