Das richtige Mindset für Ihr Corporate Blog: Neun Tipps, um erfolgreich zu bloggen

Das richtige Mindset für das Corporate Blog: Schreibmaschine, Papiere und Uhr auf einem Tisch

© andreas N | pixabay.com

„Das Blog – ein Medium von gestern?“, fragt Meike Leopold im Aufruf zu ihrer Blogparade. Dieser Frage gehe ich gerne nach. Und zwar mit Blick auf Corporate Blogs: auf Blogbeiträge als Kommunikationsinstrument für Unternehmen.

Ich frage danach, was Blogs für Firmen, Geschäfte und Freiberufler leisten, was sie zu einem Medium von heute macht – und was Sie tun sollten, um erfolgreich zu bloggen. Oder wie Meike Leopold schreibt: „Welche Zukunft seht ihr für das Bloggen? Ist Bloggen eher ein Mindset und weniger ein Medium?“ Und „[w]elche Antworten habt ihr für Leute, die Blogs verbal immer wieder ‚beerdigen‘ wollen oder nicht verstehen, was ihren (Mehr-)Wert ausmacht?“ Los geht’s:

Blogs sind von gestern? Ich bin überzeugt …

… dass Blogs keine Formate von gestern sind. Corporate Blogs bringen Unternehmen jede Menge Vorteile: Sie sind Marketingkanäle, sie ziehen neue Kunden an und sie bringen mehr Sichtbarkeit im Netz. Und ich glaube, dass viele Leser Blogs und ihre Pluspunkte zu schätzen wissen: Sie können sich in Eigenregie an Beiträge herantasten, den Texteinstieg und Überschriften scannen, Uninteressantes überspringen – und Wichtiges nachlesen.

Bei Podcasts oder Videos funktioniert das nur bedingt: Wer zuhört oder zuschaut, kann vielleicht erst nach ein paar Minuten einschätzen, ob seine Fragen tatsächlich beantwortet werden. Doch damit Ihr Corporate Blog gelesen wird und zu einem wirkungsvollen Kommunikationsmittel werden kann, brauchen Sie: Beiträge mit Mehrwert.

Ein Corporate Blog mit Mehrwert: Das funktioniert …

… wenn Sie Fragen, Probleme und wichtige Anliegen Ihrer Leserinnen und Leser aufgreifen. Doch über nützliche Themen zu bloggen, ist nicht alles. Worauf kommt’s an neben Inhalten und Informationen? Und wie können Sie die Menschen begeistern?

Dass sich immer mehr Unternehmen für ein Corporate Blog entscheiden oder schon entschieden haben, ist zur Herausforderung geworden. Das Schlagwort „Content-Marketing“ ist in aller Munde, immer mehr Blogs stellen aufschlussreiche Inhalte bereit: Informationen, Beratung oder Unterstützung. Je mehr Firmen, Betriebe oder Dienstleister bloggen, desto größer die Konkurrenz um Aufmerksamkeit.

Das heißt für Sie: Wenn Sie bloggen oder darüber nachdenken, ein Corporate Blog einzurichten, brauchen Sie mehr als interessante Inhalte. Sie brauchen

  • Artikel, die Ihren Leserinnen und Lesern wirklich helfen,
  • Texte, die zu Ihren Wunschkunden passen,
  • ansprechende Formulierungen,
  • Suchmaschinenoptimierung (SEO) und
  • eine passende Marketingstrategie.

Die besten Beiträge nützen wenig, wenn Sie an Ihrer Zielgruppe vorbeischreiben. Oder wenn Sie nur die Menschen erreichen, die Ihr Blog ohnehin schon kennen. Daher sollten Sie die richtigen Weichen stellen.

So wird Ihr Corporate Blog erfolgreich: Sie brauchen …

… das richtige Mindset fürs Bloggen. Hintergrundanalysen, die passenden Stellschrauben, Zeit und Geduld: Das alles spielt zusammen, wenn Sie Leser anziehen und Reichweite gewinnen wollen. Auf diese Punkte sollten Sie achten:

1. Leserinnen und Leser (I)

Diese Fragen sollten Sie sich stellen, ehe Sie mit Ihrem Corporate Blog starten: Informieren sich Ihre Kunden im Netz, ehe sie eine neue Spiegelreflexkamera kaufen oder eine Innenarchitektin buchen? Würden sie Blogbeiträge lesen – oder lieber Podcasts hören und soziale Netzwerke nutzen? Oder erreichen Sie Ihre Kunden eher analog: über Prospekte und Magazine, auf Tagungen oder Messen? Passt das Format „Blog“ zu Ihren Kunden, haben Sie optimale Chancen, Leser, Käuferinnen und Auftraggeber zu finden.

2. Ihre Ziele

Werden Sie sich über Ihre Ziele klar. Wollen Sie (regional oder deutschlandweit) bekannter werden? Oder interessierte Kunden überzeugen? Wollen Sie sich als Fachfrau oder Experte behaupten und mit Ihrem Know-how punkten? Oder soll Ihr Corporate Blog Ihre Positionierung stützen? Vielleicht liegt Ihnen aber auch am Austausch mit Ihren Lesern. Oder daran, Ihr Google-Ranking zu verbessern: Ihre Ziele entscheiden über die Art und Weise Ihrer Blogbeiträge.

3. Leserinnen und Leser (II)

Auch Ihre Leser spielen in Ihre Blogziele hinein. Wenn es um Ihre Kunden, Ihre Angebote oder Ihre Positionierung geht, brauchen Sie klare Vorstellungen, an wen Sie sich eigentlich richten. Allgemeinplätze à la „Menschen, die ein Businesscoaching brauchen“ helfen hier nicht weiter: Um welche Menschen und welche Branche(n) geht’s konkret? Um Gründer, Einzelhändler, Führungskräfte oder Dienstleister? Um Firmenchefs, die neue Wege gehen wollen? Oder gezielt um Frauen?

4. Inhalte

Wahrscheinlich greifen Sie Themen rund um Ihre Angebote, Ihren Beruf und Ihre Branche auf. Wenn Sie nicht gerade gründen, sondern bereits Kunden haben, dann hören Sie ihnen einfach mal zu: Was wollen sie wissen? Welche Anliegen und Probleme bringen sie mit? Und welche Dinge müssen Sie immer wieder erklären? Wenn Sie Ihre Kunden kennen, dann kennen Sie auch die Zielgruppe(n) Ihres Corporate Blogs. Je genauer Sie sich mit ihnen auseinandersetzen, desto besser können Sie die Inhalte Ihrer Beiträge planen.

5. Kontinuität

Ihr Corporate Blog existiert schon geraume Zeit, bringt es aber nur auf zwei, drei Beiträge? Weil Sie nur alle paar Monate einen neuen Text freischalten? Verwaiste Blogs ziehen keine Leser an. Sicher: Sie werden es als Kleinunternehmer(in) mit etlichen anderen Aufgaben kaum schaffen, drei Beiträge pro Woche zu veröffentlichen. Aber bloggen Sie auf jeden Fall regelmäßig: vielleicht nur einmal im Monat, vielleicht nur alle fünf Wochen. Dann wissen Ihre Leser, wann sie mit einem neuen Artikel rechnen können – und schauen gern wieder vorbei.

6. Dialog

Ihr Corporate Blog ist ein Schaufenster in Ihr Unternehmen: Schenken Sie Ihrem Publikum ein offenes Ohr, richten Sie eine Kommentarfunktion ein. So bieten Sie Möglichkeiten für Austausch, Fragen oder Feedback. Natürlich: Kommentare freizuschalten und zu beantworten, kostet Zeit. Doch ein solcher Dialog hält Ihr Blog lebendig. Und Sie selbst profitieren. Denn Rückmeldungen oder Fragen Ihrer Leser zeigen Ihnen, was sie bewegt: Darauf können Sie reagieren.

7. SEO

Ein Blog hilft Ihnen bei der Suchmaschinenoptimierung. Google mag immer wieder neue Beiträge. Und Websites, die häufig angeklickt werden. Um möglichst weit oben zu landen, brauchen Sie nicht nur passende Keywords. Auch weitere SEO-Kriterien spielen eine Rolle: Worauf es ankommt, erfahren Sie in meinem Interview mit der SEO-Spezialistin Manuela Kind – und in meinen Crashkursen für die Keywordrecherche und die optimalen Keyword-Positionen.

8. Lesenswerte Blogbeiträge

Zu komplizierte Formulierungen, zu lange Sätze und endlose Bleiwüsten ohne Absätze oder Zwischenüberschriften: Das geht schief. Denn dann springen Ihre Leser ab. Achten Sie auf leserfreundlich gestaltete Texte (detaillierte Tipps finden Sie in meinem Beitrag Websitetexte schreiben). Ein ansprechender Stil hilft Ihnen auch bei der Suchmaschinenoptimierung. Wenn Ihre Leser Ihr Corporate Blog mögen, werden sie Ihre Beiträge häufig(er) aufrufen: Das bringt Pluspunkte bei Google.

9. Blogvermarktung

Ohne die Werbetrommel geht es nicht: nicht in Ihrem Unternehmen und nicht in Ihrem Corporate Blog. Erste Adresse sind die sozialen Medien. Um einen oder mehrere Social-Media-Kanäle zu pflegen*, brauchen Sie wiederum: Zeit. Doch Sie gewinnen Aufmerksamkeit und im Idealfall etliche Stammleser. Umgekehrt machen Sie es den Besuchern Ihres Blogs mit Sharing-Buttons leicht, Ihre Beiträge auf eigene Initiative auf Facebook, Twitter, Pinterest, XING oder LinkedIn zu teilen.

* Tipps rund um soziale Netzwerke gibt’s in meinem Interview mit der Social-Media-Managerin Nicole Bender.

Nicht zuletzt: Zeit und Geduld

Mal eben „nebenbei“ lässt sich kein Corporate Blog aufbauen. Reservieren Sie ausreichend Zeit: ähnlich wie für Akquise, Kundengespräche oder Buchhaltung. Und haben Sie Geduld. Ihr Blog wird sich nicht von jetzt auf gleich als erfolgreiches Medium behaupten – und Ihnen sofort Leser, neue Aufträge oder ein besseres Google-Ranking bringen.

Bei meinen eigenen Kunden sehe ich immer wieder: Viele sind überrascht, wie viel Arbeit und Ausdauer in einem Corporate Blog stecken. Bei einigen bleibt die anfängliche Motivation auf der Strecke. Und ich vermute: Bleiben schnelle Erfolgserlebnisse aus, sprechen sie ihrem Blog Vorteile und Mehrwert für ihr Unternehmen ab. Doch mit ausreichender Planung und mit den richtigen Strategien kann Ihr Blog zum Knotenpunkt Ihrer (Online-)Kommunikation werden. Und zu einem Medium von heute.

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4 Kommentare

  1. Ulrike

    Interessant! Was für Firmenblogs gilt, darf ruhig auch für den Hobby-Blog gelten. Einen Punkt vermisse ich bei vielen Artikeln zum Thema “optimal bloggen”: Den Unterhaltungswert. Ein Blog-Artikel sollte nicht nur informativ und lesbar geschrieben sein, sondern nach Möglichkeit auch kurzweilig und unterhaltsam. Das gefällt dem Leser und er kehrt gerne zurück.
    Beste Grüße
    Ulrike

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Ulrike,

      ja, das stimmt: Blogs (ganz egal, ob Firmen- oder Hobby-Blog) sollten auch unterhaltsam sein.
      Ich hatte ursprünglich tatsächlich auch einen Hinweis auf den Unterhaltungswert in meinem Beitrag, habe ihn dann aber zugunsten der anderen Aspekte wieder gelöscht: Das lag einfach daran, dass mein Text nicht allzu lang werden sollte. Aber das Stichwort „Unterhaltung“ ist eine gute Idee für einen weiteren Beitrag zum optimalen Bloggen. Kommt vielleicht demnächst!

      Viele Grüße
      Sandra Meinzenbach

  2. Peter

    Hallo Sandra,
    schade, ich hätte lieber gerne gelesen, warum DU bloggst – was DICH antreibt, DICH motiviert. Denn dass immer mehr Firmen realisiert haben, dass ein eigener Blog Kunden an sie bindet, wenn er gut gemacht ist und gut aufbereitete Infos zu Produkten präsentiert, ist kein Geheimnis – das sieht man fast bei allen Herstellern. Die leisten sich auch immer häufiger professionelle Schreiber, die Texte vernünftig layouten und Rechtschreibungssicher sind.
    CU
    Peter

    Antworten
    1. Sandra Meinzenbach (Beitrag Autor)

      Hallo Peter,

      danke für dein Feedback. Ich weiß, dass ich einige Fragen, die Meike Leopold im Aufruf zu ihrer Blogparade aufgeworfen hat, außer Acht gelassen habe.
      Aber ich habe auf meine eigenen Kunden geblickt (das sind vor allem Kleinunternehmer, kleine Teams oder Freiberufler). Da geht’s (in der Regel) tatsächlich drum, den eigenen Blog, die Beiträge und die ganze Vermarktung in Eigenregie auf die Reihe zu bekommen und eben keinen Texter zu engagieren. Hier sehe ich tatsächlich grundlegende Fehler, die ich in meinem Artikel aufgegriffen habe. Ich glaube, viele machen sich einfach zu wenig Gedanken und unterschätzen den Aufwand, den ein Blog nun mal kostet.

      In diesem Sinne: Viele Grüße
      Sandra

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