Einheitliche Unternehmenssprache? Tipps für Texte aus einem Guss

Einheitliche Unternehmenssprache sorgt für ein seriöses Image. Motiv: Laptop, Notizbuch, Bleistift und Tasse.

© Oli Dale │ unsplash.com

Unverwechselbarer Stil und eine einheitliche Unternehmenssprache sind als Corporate Language in aller Munde. Corporate Language klingt nach Marketingstrategie für große Konzerne. Doch Texte aus einem Guss bringen auch kleineren und kleinen Firmen unschätzbare Vorteile.

Einheitliche Unternehmenssprache: Pluspunkte für Ihr Image

Vermutlich zeigen Sie sich von Ihrer besten Seite, wenn Sie Käufer in Ihrem Geschäft begrüßen oder sich mit interessierten Auftraggebern treffen. Weil Sie überzeugen wollen. Und weil Sie möchten, dass sich Ihre Kunden gut aufgehoben fühlen.
Gleiche Ansprüche sollten Sie an Ihre Firmentexte, an Flyer und Angebote, kurz: an sämtliche schriftliche Korrespondenz stellen. Geben Sie sich auf Ihrer Website locker, in Ihren Newsletters blumig und in Ihren E-Mails förmlich, irritieren Sie Ihre Leser. Sie sprechen keine einheitliche Sprache und büßen Glaubwürdigkeit ein. Doch Kontinuität in Wort und Schrift verleiht Ihnen Seriosität: eine ideale Grundlage für dauerhafte Kundenbindungen.

Regeln für einen stimmigen Sprachstil

Schon einfache Regeln sorgen für bruchlose Kommunikation und geneigte Leser. Entscheiden Sie sich für Ihren individuellen Stil – und behalten Sie Tonalität, Schreibweisen und äußere Form durchgehend bei. Folgende Checkliste verhilft Ihnen zu einer einheitlichen Unternehmenssprache:

1. Tonalität

Seriöse und sachliche Texte? Dynamische und lockere Sprache? Oder doch lieber ein emotionaler Ton? Das kommt auf Ihre Branche, Ihre Angebote und Ihre Zielgruppe an. Entscheiden Sie mit Blick auf Ihre Firma und Ihre Adressaten.

2. Kundenansprache

Förmliches „Sie“ oder vertrauliches „du“? Auch das hängt von Ihrer Firma und Ihrer Zielgruppe ab. Für konservative Branchen und Traditionsunternehmens gilt das „Sie“. Junges Publikum, flache Hierarchien und Freizeitangebote sprechen dagegen für das freundschaftliche „du“.

3. Textstruktur

Kein Text ist wie der andere. Manchmal bieten sich Stichpunkte und manchmal vollständige Sätze an. Mal sind Zwischenüberschriften eine gute Wahl, anderswo eignet sich ein fortlaufender Text. Achten Sie jedoch bei zusammengehörenden Texten (beispielsweise bei Mitarbeiterbiografien auf Ihrer Über-uns-Seite) auf ähnliche Strukturen.

4. Layout

Einheitliche Unternehmenssprache funktioniert nur mit einheitlichem Layout: mit gleichen Schriftarten, stimmigen Positionen Ihres Logos und übereinstimmend ausgezeichneten Firmen- oder Markennamen. Eigennamen können ganz normal formatiert, kursiv gesetzt oder mit Anführungszeichen versehen werden.

5. Rechtschreibung

„Selbstständig“ oder „selbständig“, „Know-how“ oder „Knowhow“, „Biografie“ oder „Biographie“: Das alles ist laut neuer Rechtschreibung korrekt. Der Duden lässt bei etlichen Wörtern zwei Schreibweisen zu, spricht sich aber stets für eine Variante aus. Verwenden Sie einfach die Duden-Empfehlungen. So legen Sie sich auf verbindliche Rechtschreibregeln fest.

6. Abkürzungen

Entscheiden Sie sich für Abkürzungen wie „z. B.“ statt „zum Beispiel“, dann kürzen Sie auch vergleichbare Wendungen ab: „das heißt“, „unter anderem“, „unter Umständen“ und so fort. Ähnliches gilt für Sonderzeichen. Nutzen Sie Währungssymbole, Paragrafen und Prozentzeichen oder ausgeschriebene Einheiten.

7. Kontaktdaten

Nationale oder internationale Schreibweise? „Telefon“ oder „Tel.“? „Telefon“, „Fax“ und „E-Mail“ oder lieber Icons? Bei Kontaktangaben ist vieles möglich. Auch bei Telefon- und Faxnummern an sich: Trennen Sie die Vorwahl durch Leerzeichen, Schrägstriche oder Gedankenstriche ab. Und gliedern Sie Rufnummern in Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen – aber bitte nicht wild durcheinander.

8. Datum

Auch identische Datumsangaben tragen zu einheitlicher Unternehmenssprache bei. Das Datum kann mit Monatsnamen (20. Februar 2017), in Ziffern (20. 2. 2017) oder mit führenden Nullen (20.02.2017) geschrieben werden. Aber auch abgekürzte Monatsnamen (20. Feb. 2017) und das gewöhnungsbedürftige Jahr-Monat-Tag-Format (2017-02-20) sind denkbar.

Einheitliche Unternehmenssprache umsetzen: Tipps für die Praxis

Eine Wording-Liste mit grundlegenden Vorgaben ist unerlässlich: egal, ob Sie selbst schreiben, Schriftliches an Ihre Mitarbeiter delegieren oder Profitexter beauftragen. Für mittelständische und große Firmen empfiehlt sich ein komplettes Wording-Handbuch. Wie gelungene Sprachregeln aussehen können, macht das Bergheimer Unternehmen PALFINGER vor. Auf solche Weise behalten Sie und Ihre Mitarbeiter den Überblick. Und brauchen Sie Unterstützung von außen, dann arbeiten Sie mit einem (und nicht jedes Mal mit einem neuen) Texter zusammen. Dann erhalten Sie Texte ohne Brüche und Anschlussfehler.

 

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